Frei#  Senken des Fettgehaltes der Leber bei nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung mit Aramchol, einer Verbindung aus Gallensäure und Fettsäure.

Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist eine häufige Lebererkrankung. Bisher gibt es keine wirksame Therapien. Forscher untersuchten den Effekt des Konjugats aus einer Gallensäure und einer Fettsäure (3?-arachidyl-amido, 7?-12?-dihydroxy, 5?-cholan-24-oic acid), Aramchol (Trima Israel Pharmaceutical Products Ltd, Maabarot, Israel) in einer Phase II Studie bei Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD).

(Anmerkung: Aramchol wurde zunächst als Wirkstoff zur Auflösung von Gallensteinen entwickelt (Gilat, T., Somjen G.J., et al. (2001) ). Zu einem frühen Zeitpunkt wurde in tierexperimentellen Studien jedoch festgestellt, dass sich die Substanz eignet, den Fettgehalt der Leber zu reduzieren (Gilat, T., Leikin-Frenkel, A., et al. (2003) ). Ende 2013 begann eine Phase II b Studie, in welcher die Wirksamkeit bei der Behandlung des metabolischen Syndroms mit Übergewicht und Glukoseintoleranz evaluiert werden soll.)

Die Wissenschaftler führten eine randomisierte, doppelt verblindete, Placebo-kontrollierte Studie mit 60 Patienten an 10 Zentren in Israel durch. Die Diagnose NAFLD war durch eine Biopsie bestätigt worden (davon 6 mit nicht-alkoholischer Steatohepatits). Den Patienten wurde Aramchol (100 oder 300mg) bzw. Placebo einmal täglich für drei Monate verabreicht (n=20 pro Gruppe). Der primäre Messwert der Untersuchung stellte der veränderte Fettgehalt der Leber dar (Bestimmung mittels Magnetresonanzspektroskopie). Des weiteren wurden folgende Parameter bestimmt: Werte der Leberenzyme und Adiponektin, endotheliale Funktion und der HOMA Score (homeostasis modes assessment, Bestimmung der Betazellfunktion und der Insulinsensitivität um Informationen über die Funktion des Kohlenhydratstoffwechsels zu erhalten).

Es traten keine unerwünschten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme des Medikamentes. 58 Patienten schlossen die Studie vollständig ab. Die Gruppe mit 300mg Aramchol erreichte eine Reduktion des Leberfettgehaltes von 12,57% ± 22,14%. Teilnehmer der Placebogruppe verzeichneten dagegen einen Anstieg von 6,39% ± 36,27% (p=0,02 für den Gruppenunterschied, adjustiert hinsichtlich Alter, Geschlecht, BMI). Der Fettgehalt der Leber nahm bei Patienten der Gruppe mit 100mg Aramchol um 2,98%± 28,22% ab (nicht signifikant p=0,35). Dies lässt eine Dosis-Wirkungs-Beziehung vermuten (p=0,01 Trend). Die Patienten mit Aramchol zeigten eine nicht signifikante Verbesserung der endothelialen Funktion, der Werte der Leberenzyme (ALAT) und des Adiponektins. Der HOMA score blieb jedoch gleich. Eine pharmakokinetische Analyse bestätigte die Wirksamkeit der einmal täglichen Einnahme des Medikamentes.

Fazit: Die Verabreichung von Aramchol (einem Konjugat aus Fettsäure und Gallensäure) über eine Dauer von drei Monaten ist sicher, verträglich und senkt signifikant den Fettgehalt der Leber bei Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD). Die Reduktion des Fettgehalts ist dabei Dosisabhängig und zeigt einen Trend hin zur Verbesserung der Stoffwechselfunktion. Aramchol könnte einen Nutzen bei der Behandlung der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung haben.

1-Safadi R et al. The fatty acid-bile acid conjugate aramchol reduces liver fat content in patients with nonalcoholic fatty liver disease. Clin Gastroenterol Hepatol 2014 Dec; 12:2085.

 

 

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