Frei#  Supraglottische Hilfsmittel zur Atemwegssicherung erfahren in der letzten Zeit eine verstärkte Verwendung, seitdem die Larynxmaske einen guten und sicheren Erfolg bei der Atemwegssicherung zeigen konnte. Diese Hilfsmittel werden sowohl in der Allgemeinanästhesie als auch zur Atemwegssicherung in der Notfallsituation eingesetzt. Darunter werden die Larynxmaske (LMA), die ProSeal Larynxmaske (PLMA), der Larynxtubus (LT), der Larynxtubus mit integriertem Absaugschlauch (LTS) und der ösophageal-tracheale Kombitubus (OTC) verstanden (2).

Supraglottische Atemwegshilfsmittel (engl. supraglottic airway devices (SGAs) haben eine etablierte Rolle in der Atemwegssicherung bei schwieriger Intubationslage sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Dennoch sind nur wenige Daten für den Gebrauch von SGAs für die primäre Atemwegssicherung bei Kindern vorhanden. Das Ziel der Studie war die Erfolgsraten und die unerwünschten Ereignisse durch den Gebrauch von SGAs für die primäre Atemwegssicherung während der Anästhesie bei Kindern mit schwierigen Atemwegssituationen zu untersuchen.

Es wurde eine retrospektive Analyse der SGA für die primäre Atemwegssicherung bei der schwierigen Intubationspopulation in einer Klinik über einen Zeitraum von vier Jahren durchgeführt. Schwer zu intubierende Atemwege wurden definiert als entweder eine schwierige direkte Laryngoskopie in der Vorgeschichte (ein dokumentierter Cormack und Lehane Grad von 3 oder größer und der Gebrauch einer alternativen Anwendung für die direkte Laryngoskopie für eine erfolgreiche tracheale Intubation), eine schwierige Maskenbeatmung in der Vorgeschichte oder beides. Die schwierigen Atemwegsbedingungen, die Patientendaten, die Art und Länge der Prozedur, die Art und Größe des verwendeten SGA, die Anzahl an Versuchen für eine erfolgreiche Anwendungsplatzierung, Erfolg/Nichterfolg, der mit der Anwendung während der Narkoseaufrechterhaltung assoziiert war und die Komplikationen wurden aufgezeichnet.

Eine Gesamtzahl von 77 272 Kindern erhielt eine Allgemeinanästhesie in einer freistehenden pädiatrischen Institution. 559 Patienten hatten schwer zu intubierende Atemwege. Von denen erhielten 109 eine Allgemeinanästhesie und eine SGA für das primäre Management. Sie erfüllten die Einschlusskriterien für die Studie über einen Zeitraum von vier Jahren. Eine SGA wurde bei 96% der Patienten erfolgreich eingesetzt. Bei vier Patienten wurde ein weiteres Hilfsmittel zur Atemwegssicherung gebraucht.

FAZIT: Supraglottische Hilfsmittel (SGAs) können effektiv für die Atemwegsfreihaltung bei pädiatrischen Populationen benutzt werden, die schwer zu intubierende Atemwege haben.

Anmerkung: Die Klassifikation nach Cormack und Lehane beschreibt die Sichtbarkeit der Stimmritze bei der Laryngoskopie. Es soll dazu dienen, abschätzen zu können, ob der Patient leicht zu intubieren ist oder ob Komplikationen bei der Intubation zu erwarten sind.

Eine weitere Variante ist Laryngeal tube disposable (Larynx-Tubus LT-D). Es ist eine Art Mischung von Larynx-Maske und Larynx-Tubus (LT), es wird supraglottisch ohne Laryngoskop eingesetzt.

1-Jagannathan N et al. Elective use of supraglottic airway devices for primary airway management in children with difficult airways. Br J Anaesth 2013 Dec 8;

2-Bein, B. et al.: Supraglottic airway devices. Best Pract Res Clin Anaesthesiol. 2005 Dec; 19 (4):581-93

3-Laryngeal tube disposable (Larynx-Tubus LT-D).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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