Frei#  Vitamin-D-Mangel ist mit vielen Störungen verbunden. Frühere Beobachtungsstudien haben auf eine mögliche Assoziation zwischen niedrigem Vitamin-D-Serumspiegel und kardiovaskulären und onkologischen Krankheiten hingewiesen. Dies alles hat zur Folge hat, dass Vitamin-D als Nahrungsergänzungsmittel immer mehr unkritisch und ohne eindeutige Indikation von der Bevölkerung eingenommen wird. Eine aktuelle Meta-Analyse (1) in der Fachzeitschrift Lancet untersuchte den Effekt der Vitamin-D-Supplementation auf Knochenstoffwechsel, Herzkreislauf- und Krebs-Krankheiten.

Die Autorenführten führten eine sequentielle Meta-Analyse der vorhandenen randomisierten kontrollierten Studien von Vitamin-D-Präparaten, mit oder ohne Kalzium. Die Auswirkungen der Vitamin-D-Supplementation auf Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit (9 Studien mit etwa 50.000 Patienten), Schlaganfall oder zerebrovaskulären Erkrankungen (8 Studien mit etwa 45.000 Patienten), Krebs (7 Studien mit etwa 50.000 Patienten), Frakturen (22 Studien mit etwa 80.000 Patienten), Hüftfrakturen (12 Studien mit etwa 30.000 Patienten), und Mortalität (38 Studien mit etwa 80.000 Patienten) wurden in der Studie analysiert.

Ergebnisse: Vitamin-D-Supplemente mit oder ohne Calcium hatten einen Einfluss weder auf kardiovaskuläre Krankheiten (wie Herzinfarkt/Schlaganfall) oder Krebs-Krankheiten, noch auf Frakturen (Knochenbrüche). Vitamin-D-Supplementation hatte bei diesen Krankheiten das relative Risiko nicht über 15% erhöht. Dieser Befund ist alles andere als signifikant, da es sich nicht um das absolute Risiko geht.

Einzig bei Heimbewohnern reduzierte Vitaimin-D-Supplementation und das nur in Kombination mit Kalzium das Risiko für Hüftfrakturen (zwei Studien, etwa 4000 Patienten).

Die Ergebnisse der Analysen waren nicht eindeutig, ob Vitamin-D-Einnahme mit oder ohne Kalzium das Mortalitäts-Risiko reduziert.

Fazit: Die Ergebnisse der Meta-Analyse legen nahe, dass Vitamin-D-Supplementierung mit oder ohne Kalzium das Risiko für Frakturen, kardiovaskuläre Krankheiten und Krebs in der Allgemeinbevölkerung NICHT reduziert.

Anders gesagt, Vitamin-D-Einnahme ohne harte Indikation zeigte keinen Zusatznutzen. Im Gegenteil zu hohe Vitamin-D-Serumspiegel können über eine starke Erhöhung der Kalzium-Aufnahme (Hyperkalzämie) im Darm durchaus Schaden verursachen.

1-Bolland et al: The effect of vitamin D supplementation on skeletal, vascular, or cancer outcomes: a trial sequential meta-analysis. The Lancet Diabetes & Endocrinology, Early Online Publication, 24 January 2014 doi:10.1016/S2213-8587(13)70212-2

 

 

 

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