Frei#  Die randomisierte klinische CATIS-Studie: Obwohl der Nutzen der Blutdrucksenkung zur Primär- und Sekundärprävention von Schlaganfällen festgestellt wurde, ist die Wirkung einer blutdrucksenkenden Behandlung bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall ungewiss.

Ziel der aktuellen Studie (1): Es soll bewertet werden, ob eine sofortige Blutdrucksenkung bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall den Tod und schwere Behinderung nach 14 Tagen oder Entlassung aus dem Krankenhaus reduziert.

Design, Setting und Teilnehmer: Die Catis-Studie (A. d. Ü.: chinesische Studie mit antihypertensiver Therapie bei akutem ischämischen Schlaganfall) war eine einfach-verblindete, am Endpunkt verblindete, randomisierte klinische Studie. Sie wurde unter 4071 Patienten mit nicht thrombolytisch-ischämischen Schlaganfall, der innerhalb von 48 Stunden auftrat und erhöhtem systolischen Blutdruck hatte, durchgeführt. Die Patienten wurden zwischen August 2009 und Mai 2013 aus 26 Krankenhäusern in China rekrutiert.

Interventionen: Die Patienten wurden randomisiert einer antihypertensiven Behandlung (n = 2.038) oder einer Kontrollgruppe (n = 2033) mit Einstellung aller blutdrucksenkenden Arzneimittel während des Krankenhausaufenthaltes zugeteilt. Die Ziele der antihypertensiven Behandlung waren, den systolischen Blutdruck um 10 % auf 25 % innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Randomisierung zu senken, einen Blutdruck unter 140 /90 mm Hg innerhalb von 7 Tagen zu erreichen und dieses Niveau während des Krankenhausaufenthaltes zu erhalten.

Hauptziele und Maßnahmen: Primärer Endpunkt war eine Kombination aus Tod und schwerer Behinderung (modifizierter Ranking-Skala-Score ? 3) nach 14 Tagen oder zur Krankenhausentlassung.

Ergebnisse: Der mittlere systolische Blutdruck wurde innerhalb von 24 Stunden nach Randomisierung von 166,7 mm Hg auf 144,7 mm Hg (-12,7 %) in der antihypertensiven Therapie-Gruppe und von 165,6 mm Hg auf 152,9 mm Hg (-7,2 %) in der Kontrollgruppe (Differenz -5,5% [95 % Konfidenzintervall (KI), -4,9 bis -6,1 %]; absolute Differenz, -9.1 mm Hg [95% KI, -10,2 -8,1], p < 0,001) reduziert. Der mittlere systolische Blutdruck war 137,3 mm Hg in der antihypertensiven Therapie-Gruppe und 146,5 mm Hg in der Kontrollgruppe am Tag 7 nach der Randomisierung (Differenz, -9.3 mm Hg [95% KI, -10,1 auf -8,4], p < 0,001). Der primäre Endpunkt unterschied sich nicht zwischen den Behandlungsgruppen, 683 Ereignisse [antihypertensive Behandlung] vs 681 Ereignisse [Kontrolle]; Odds Ratio 1,00 [95 % KI, 0,88-1,14]; P = 0,98) nach 14 Tagen oder zur Krankenhausentlassung. Der sekundäre kombinierte Endpunkt aus Tod und schwerer Behinderung beim großen 3-Monats-Follow-up nach der Behandlung unterschied sich nicht zwischen den Behandlungsgruppen (500 Ereignisse [antihypertensive Behandlung] vs 502 Ereignisse [Kontrolle]; Odds Ratio 0,99 [95 % KI, 0,86-1,15]; p = 0,93).

Fazit und Relevanz: Unter den Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall und Blutdrucksenkung mit blutdrucksenkenden Medikamenten reduzierte sich im Vergleich zur Abwesenheit von Bluthochdruck-Medikamenten die Wahrscheinlichkeit des Todes und der schweren Behinderung nach 14 Tagen oder Krankenhausentlassung NICHT.

1-He J et al. Effects of immediate blood pressure reduction on death and major disability in patients with acute ischemic stroke: The CATIS Randomized Clinical Trial. JAMA 2013 Nov 17

 

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