Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift Gastroenterology untersuchte die Wirkung von Citalopram bei Patienten mit anhaltenden Reflux-Ösophagitis-Symptomen (GERD; Sodbrennen). Patienten wurden vorher mit Protononpumpenhemmer behandelt.  

 

Citalopram (Cipramil®) ist ein Antidepressivum, und zählt zu den am meisten verordneten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) zur Therapie bei Depressionen auch in Deutschland.  Es wurde in früheren Arbeiten beobachtet, dass SSRIs nicht-kardiale Brustschmerzen und diffuse Ösophagus-Spasmen reduzieren können. Serotonin scheint ein wichtiges Neuronales Transmitter auch im gastrointestinalen Trakt (Magen-Darm-Trakt) zu sein.

 

In der aktuellen Studie haben insgesamt 75 Patienten mit PPI-resistenten Reflux-Beschwerden 6 Monate lang Citalopram oder Placebo erhalten.

 

Die Ergebnisse zeigten, das Citalopram die Refluxösophagitis-Symptome bei Patienten mit hypersensitivem Ösophagus, die vorher auf intensive Protononpumpenhemmer-Therapie nicht angesprochen hatten, signifikant reduzierte. Ob auch andere SSRIs ähnliche Anti-Reflux-Effekte aufweisen, ist noch unklar.

 

Medknowledge-Anmerkung: Möglicherweise erweitern die SSRIs das Therapiespektrum der konservativen Anti-Reflux-Therapie. Das wäre insbesondere für die Patienten von großen Nutzen,  die trotz PPI-Therapie unter massivem Sodbrennen leiden, und bei denen eine Anti-Reflux-Operation als letzte Mittel der Wahl in Erwägung gezogen wird.

 

 

 

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