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Therapie
des Kammerflimmerns hat sich in den letzten
Jahren grundlegend verändert. Die routinemässige
Gabe von Antiarrythmika vor Defibrillation wird
nicht mehr empfohlen, die den Erfolg der
Defibrillation sogar durch Erhöhung der
Defibrillationsschwelle verschlechtern
könnte. Die Gabe von (300mg i.v) für Patienten mit Kammerflimmern, die auf eine
Defibrillatorschock nicht ansprechen, wurde
neu in den Empfehlungen der ILCOR
-International Liaison Committee on Resuscitation-
als Alternative zu Lidocain aufgenommen. Die Gabe
von Lidocain wird weiterhin mit der Bemerkung
"Unklare wissenschaftliche Evidenz"
aufgeführt.
Auf
diesem Hintergrund vergleicht die vorliegende
randomisierte Studie die intravenöse Gabe von
Lidocain mit intravenösem Gabe von Amiodaron bei
347 Patienten nach erfolgloser Defibrillation.
Die
Sanitäter trafen im Durchschnitt in 7±3 Minuten
ein. Die mittlere Zeit für die Verabreichung eines
Medikamentes betrug 25±8 Minuten. Nach der Therapie
mit Amiodaron überlebten 22.8% der 180 Patienten im
Vergleich zu 12% der mit Lidocain behandelten
Patienten (P=0.009).
Kommentar:
Die Autoren ziehen die Schlussfolgerung, dass Gabe
von Amiodaron bei Patienten nach erfolgloser
Defibrillation ausserhalb der Kliniken zu
signifikant höheren Überlebensraten führt, als
Gabe von Lidocain.
Die
Ergebnisse dürften den ohnehin umstrittenen
Stellenwert der Lidocain bei der Therapie des
Herzstillstandes durch Kammerflimmern weiterhin
verschmälern.
Dorian
et al: Amiodarone as Compared with Lidocaine for
Shock-Resistant Ventricular Fibrillation. NEJM
March 21, 2002; Volume 346:884-890
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