|
Bei Patienten mit akutem
Nierenversagen wird intermittierende Hämodialyse
angewendet. Die angemessene Intensität für
Hämodialyse ist jedoch noch unbekannt. In der Regel
wird die Hämolyse jeden zweiten Tag
durchgeführt.
Mediziner aus der
nephrologischen Klinik der Universität München
Innenstadt führten eine Studie bei 160 Patienten
durch, in der konventionelle intermittierende Hämodialyse
(jeden zweiten Tag) mit einer täglichen intermittierenden Hämodialyse verglichen wurde, und untersuchten die Wirkung der
Behandlungsweise auf das Überleben der Patienten.
Die durchschnittliche Kreatinin-Wert betrug bei der
Aufnahme 4.7 mg/dL.
Die Mortalitätsrate lag bei täglicher
Hämodialyse-Gruppe signifikant niedriger als bei
der Gruppe mit einer Dialysebehandlung jeden zweiten
Tag (28% vs. 46%, (P=0.01). Tägliche Dialyse
führte darüber hinaus zur einer besseren Kontrolle
der Urämiesymptome, weniger Blutdruckabfällen und
schnellere Verbesserung des akuten
Nierenversagens.
Kommentar: Tägliche Hämodialyse führte bei
Patienten mit einer akuten Nierenversagen zu einer
besseren Beherrschung der Urämiesymptome und
höheren Überlebensrate als die Hämodialyse jeden
zweiten Tag.
Ein Editorial in der gleichen Ausgabe von NEJM kritisiert,
dass die Patienten nicht randomisiert waren. Als ein
möglicher Grund für das
Studienergebnis führt er die Erklärung auf, dass weniger
dramatische Veränderungen der Plasmakomponenten,
Volumenverschiebungen bei der täglichen intermittierenden
Hämodialyse stattfinden, als bei der Hämodialyse
jeden zweiten Tag. Er
regt weiterhin an, die intermittierende Hämodialyse
mit kontinuierlicher Hämodialyse zu
vergleichen.
Schiffl
et al : Daily hemodialysis and the outcome of acute
renal failure. N Engl J Med 2002 Jan
31;346(5):305-10 |