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Es
existieren wenige Daten zur Entscheidung zwischen
Kolonoskopie und flexible Sigmoidoskopie bei der
diagnostischen Abklärung der Patienten mit einer nicht
akuten rektalen Blutung,
insbesondere bei jüngeren Patienten. In dieser
retrospektiven Studie wurden die Daten von
1766 Erwachsenen (Duchschnittsalter 57 Jahre)
analysiert, die sich einer Koloskopie wegen rektaler
Blutung unterzogen hatten. Die Patienten hatten
keine weitere abdominelle Symptome, keinen
Gewichtsverlust und keine Crohn-Krankheit.
Unter
den 165 Patienten jünger als 40 Jahre wurden bei 2
Patienten Krebs im linken Kolon oder Rektum
diagnostiziert; keiner hatte Krebs im rechten Kolon.
Unter den Patienten älter als 40 Jahre stieg die
Krebsinzidenz wie erwartet mit zunehmendem Alter. Bei 270
Patienten älter als 70 Jahre wurden im rechten
Kolon 9 Krebskrankheiten festgestellt.
Kommentar:
Die Autoren schlussfolgern, dass die
Neoplasie-Inzidenz bei Patienten unter 40 Jahren
niedrig ist.
In
dieser Studie wäre keine Krebserkrankung vermisst
worden, wenn bei Patienten jünger als 40 nur
Sigmoidoskopie anstelle von Koloskopie durchgeführt
worden wäre.
Ein
Editorial
in der gleichen Ausgabe von American Journal of
Gastroenterology weist darauf hin, dass bei allen
Patienten älter als 40 Jahre Koloskopie das Mittel
der Wahl ist, unabhängig davon, ob die Patienten
zusätzliche weitere abdominelle Symptome zeigten
oder nicht. Jedoch bei jüngeren Patienten mit
"outlet-type bleeding" (z.B. Blut auf dem Toilettenpapier) wäre eine Sigmoidoskopie als
Initialuntersuchung vertretbar; wenn jedoch keine
Blutungsquelle gefunden wird und die rektale Blutung
in der Nachfolgezeit anhält, muss eine Koloskopie auf jeden
Fall durchgeführt werden. |