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Lungenhochdruck
ist eine konstante Mitteldruckerhöhung im
Lungenarteriensystem durch verschiedene Ursachen (Pulmonale
Hypertonie). Nach einer langen Zeit des
Stillstandes werden zur Zeit rasant mehrere Medikamente
für die pulmonale Hypertonie entwickelt. In
Deutschland wurde im Juni 2002 das neue
Endothelin-Rezeptorantagonist Bosentan
(Tracleer®) zur Behandlung von Patienten mit
pulmonaler arterieller Hypertonie zugelassen.
Anfänglich wurde
Sildenafil (Viagra®) als Vasodilator (Gefässerweiternd)
für Patienten mit Herzkrankheiten
entwickelt. Bei den Testpatienten wurde zufällig die
"Nebenwirkung" von Sildenafil, nämlich eine verlängerte
Erektion festgestellt.
Aufgrund von seiner
gefässerweiternden Wirkung haben Mediziner von der
Universitätsklinik Giessen Sildenafil bei 30 Patienten mit Lungenhochdruck
eingesetzt. Sildenafil (Viagra®) kehrt sozusagen zu
seinen Ursprüngen zurück.
Gefässwiderstand an den
Lungengefässen wurde
vor dem Therapiebeginn bei allen Patienten jeweils nach Gabe von
Nitritoxid und Iloprost (Prostazyklin-Analog )
gemessen. Nach einer Stunde
wurden die Patienten in eine Therapiegruppe mit
oraler Sildenafil alleine oder mit Sildenafil
plus Iloprost
randomisiert. Bei den Patienten in der nur
Sildenafil-Gruppe (50mg) ist der pulmonale Gefäßwiderstand
stärker gesunken als mit
Nitritoxid. Wenn Iloprost 1
Stunde nach Sildenafil verabreicht wurde, war die
Reduktion an dem Lungengefässwiderstand höher als
die Summe der Wirkung der beiden Medikamente
Sildenafil und Iloprost alleine (-44.2%). Die Wirkung an den Lungengefässen war
grösser als an dem grossen Kreislauf. Es traten
keine schwere Nebenwirkungen auf.
Kommentar: Die Autoren ziehen die
Schlussfolgerung, dass Sildenafil den
Lungengefässwiderstand senkt. Die
gefässerweiternde Wirkung wird in Kombination mit
Iloprost verstärkt. Die Autoren machen auf die
Limitationen ihrer Studie aufmerksam: kleine
Fallzahl, fehlende Langzeit-Beobachtung.
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