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Ein
Drittel der Erwachsene erfahren Oberbauchschmerzen
innerhalb eines Jahres. Von denen wiederum suchen
1/4 ärztliche Behandlung, damit bildet Dyspepsie
(Reizmagen) den Grund für 4% der Arztbesuche der
Patienten.
Das
Management der funktionellen Dyspepsie (Reizmagen)
ist schwierig und wird kontrovers diskutiert. Die Diagnose kann erst nach
Ausschluss anderer
organischer Ursachen gestellt werden. Es gibt viele
Möglichkeiten bei der Management der Patienten mit
dyspeptischem Beschwerdebild.
Eine
multizentrische Studie (Cedar Sinai Center-Los
Angeles und Wisconsin Medical School in den USA) in Gastroenterology untersuchte anhand eines
computergestützten Analyse-Modells die Effizienz
von 4 verschiedenen Strategien. Die Analyse ging
davon aus, dass die Dyspepsiepatienten jünger als
45 Jahren waren und keine Alarmsymptome wie
Gewichtsabnahme oder gastrointestinale Blutungen
hatten.
1-Serologischer
Test zum Nachweis von Helicobacter-pylori in allen Patienten: a.
Bei H.-pylori-positiven Patienten
Eradikationstherapie. Wenn Symptome trotz
Eradikationstherapie weiterhin bestehen, Einweisung
zur Endoskopie. b. Bei H.-pylori-negativen
Patienten sechswöchige Therapie mit
Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und Einweisen der
Therapie-Non-Responder zur Endoskopie.
2-Verwenden
der gleichen Strategie wei bei -1-, ausser Therapieren der
H.-pylori-positiven Patienten mit PPI vor
Endoskopie-Einweisung, die auf
H.-pylori-Eradikationstherapie nicht
ansprachen.
3-Behandlung
mit PPI für alle Patienten, Einweisung der
Non-Responder zur Endoskopie.
4-Behandlung
mit PPI für alle Patienten. Durchführung von
H-Pylori-Tests bei Non-Responder auf PPI-Therapie,
Eradikationstherapie bei positivem Testergebnis auf
H-Pylori. Einweisung der Patienten mit weiterhin
anhaltenden Symptomen zur Endoskopie.
Die
erste Strategie war die teurste und gleichzeitig die
ineffektivste. Die dritte Strategie war die
kosteffektivste.
Kommentar:
Die Botschaft aus dieser Studie lautet: Junge
Patienten mit Dyspepsie ohne Alarmsymptome sollten
vor Endoskopie mit PPI behandelt werden (dritte
Strategie).
Pikanterweise
wird die erste Strategie, die beim Vergleich
hinsichtlich Kosten und Effektivität am
schlechtesten abgeschnitten hatte, wird von American
Gastroenterological Association derzeit
empfohlen.
Die
Autoren schliessen die Arbeit mit der Bemerkung,
dass letztendlich eine optimale Therapie erst dann
entwickelt werden kann, wenn die individuellen
Faktoren bei den Patienten, wie existierende
Krankheiten, lokale Prävalenz der H. Pylori oder
Schweregrad der Dyspepsie-Symptome, in Betracht
gezogen werden.
Spiegel
et al: Dyspepsia management in primary care: a
decision analysis of competing strategies.
Gastroenterology 2002 May;122(5):1270-85
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