Ob
die Antibiotika-Prophylaxe auf Intensivstationen die
Mortalität und Morbidität reduziert, wird trotz
zahlreicher Studien immer noch kontrovers
diskutiert.
In
der Studie aus Deutschland (Abteilung für
Anesthesiology und Intensivmedizin Intensive,
Universitätsklinikum Tübingen) wurden 527 Intensiv
Patienten mit chirurgischen Krankheiten oder mit
Polytrauma entweder für eine Antibiotika-Prophylaxe
oder für Plazebo randomisiert.
Antibiotika-Prophylaxe
für maximal 4 Tage bestand aus iv. Ciprofloxacin 2
x 400 mg (Ciprobay®)
und einer Mixtur von Gentamicin und Polymyxin zur
topischen Anwendung im Nasen-, Mund- und
Magenbereich.
Fazit:
Im Vergleich zur Plazebo-Gruppe entwickelten die
Patienten in der Antibiotika-Prophylaxe-Gruppe
signifikant weniger Pneumonien, Sepsis oder
Organversagen.
Die
Gefahr der Antibiotika-Resistenz-Entwicklung bremste
bisher die prophylaktische Antibiotika-Verabreichung
auf Intensivstationen. Langzeit-Studien sollten vor
einem breiten Einsatz die Entwicklung einer
Antibiotika-Resistenz und deren Auswirkungen auf das
Überleben der Intensivpatienten klären.