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Kortison-Therapie
bei schwerstkranken Patienten: Ist Serumkortisol wirklich
erniedrigt?
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Krankheit, Kortison-Therapie,
Cortison, schwerstkranke Patienten, Kortisol und Glukokortikoid-Behandlung. |
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Weil
mehr als 90% der zirkulierenden Kortisol
proteingebunden ist, können Veränderungen der
Bindungsproteine die Messungen des totalen
Kortisol-Spiegels verändern, ohne jedoch die freien
Konzentration dieses Hormons zu beeinflussen.
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Eine
Studie in NEJM untersuchte den Einfluss einer
verminderten Menge der kortisolbindenden Proteine
auf die Konzentration vom Gesamtkortisol und freiem
Kortisol im Serum bei schweren Krankheiten, wenn
Glukokortikoid-Sekretion maximal stimuliert ist.
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Bei
66 schwerkranken Patienten sowie bei 33 gesunden
Freiwilligen wurden Gesamtkortisol im Serum,
Aldosteron und freie Kortisol-Konzentrationen
gemessen. Von den 66 Patienten hatten 36
Hypoproteinemie (Albuminspiegel von 2,5g/dl oder
weniger).
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Die
freie Kortisol-Konzentration war in beiden Gruppen
(Patienten mit und ohne Hypoproteinämie) gleich und
war sogar im Vergleich zu den gesunden Kontrollen
erhöht.
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Während
einer schweren Krankheit steigt die
Glukokortikoid-Sekretion deutlich an. Dieser Anstieg
ist jedoch nicht feststellbar, wenn nur
Gesamtkortisol im Serum gemessen wird. In dieser
Studie hatten fast 40% der Patienten mit
Hypoproteinämie erniedrigte
Gesamtkortisol-Konzentrationen im Serum, obwohl
deren Nebennierenfunktion normal war.
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Fazit:
Die Autoren fordern Messungen der freien Kortisols
im Serum bei schwer kranken Patienten mit
Hypoproteinämie, um unnötige Kortisontherapien in
dieser Gruppe zu vermeiden.
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