|
| |
Nierenstein
– Ureterstein: Abgang durch Medikamente
|
| Schlüsselwörter:
Krankheit, Therapie, Behandlung, Medikament, Ureterstein,
Niere, Stein, Harnleiter, Abgang, Harnwege, Kolik, Medikamente,
Ureterolithiasis, Nierenstein, alpha-blocker Tamsulosin, Omnic, Alna,
Calcium-Antagonist Nifedipin, Nierenkolik, Adalat, Anticholinergikum
Phloroglucinol. |
|
Ureterstein:
Stein im Harnleiter (Ureter)
|
|
Neue
Studien haben gezeigt, dass bestimmte Medikamente
die Passage und Abgang von Steinen im distalen
Harnleiterabschnitt beschleunigen können. Die
angenommene Mechanismus ist eine medikamentös
verursachte Relaxation der Muskeltonus und Spasmus
des Ureters.
|
|
In
einer Studie -in der Journal of Urology- aus Italien wurden 210 Patienten mit
symptomatischen distalen Uretersteinen, die grösser
als 4mm (im Mittel 6,5mm) sind, für 28 Tage für
die folgenden Medikamente randomisiert: entweder das
alpha-blocker Tamsulosin (Omnic®, Alna®; 0.4 mg täglich),
oder Calcium-Antagonist Nifedipin (Adalat®; 30 mg täglich),
oder das Anticholinergikum Phloroglucinol.
Bei
allen drei Medikamenten wurde eine relaxierende
Wirkung auf die glatte Uretermuskulatur
angenommen.
Darüber
hinaus erhielten alle Patienten orale
Kortikosteroide und das NSAID Diclofenac, um die Entzündung
und Ödem beim Ureter an der Steinlokalisation zu
reduzieren.
|
|
Spontane
Steinabgang erfolgte in der Tamsulosin-Gruppe
häufiger als in der Nifedipin- oder
Phloroglucinol-Gruppe (97% vs. 77% und 64%).
Mittlere Zeit der Steinpassage betrug in der
Tamsulosin-Gruppe 3-Tage und in den beiden anderen
Gruppen jeweils 5-Tage.
|
|
Fazit:
Die Mediziner ziehen die Schlussfolgerung, dass
medikamentöse Therapie bei allen Patienten mit
unkomplizierten distalen Uretersteinen vor
Ureteroskopie (Harnleiterspiegelung) oder
extrakorporale Lithotripsie (Steinzertrümmerung mit
Hilfe von Stosswellen berührungsfrei von außen) in
Betracht gezogen werden sollten. Vor allem die
Tamsulosin-Therapie führte in einer kurzen Zeit zu
einem wirksamen Steinabgang.
|
|
Auch
wenn die Ergebnisse, vor allem für Tamsulosin (Omnic®,
Alna®) sehr beeindruckend sind, zeigt der
Studiendesign Schwächen (keine doppel-blinde
Randomisierung, vor allem keine Kontrollgrupe mit
nur Analgetika-Therapie). Jedoch, bis die Ergebnisse
in grösseren methodisch einwandfreien Studien
reproduziert werden, bietet die medikamentöse
Therapie der Uretersteine eine interessenta
Alternative zur Ureteroskopie und Lithotripsie.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|