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Funktionelle  Dyspepsie (Reizmagen): PPI Esomeprazol (Nexium®) nicht wirksam, 2006  

Schlüsselwörter: Funktionelle Dyspepsie, Reizmagen, PPI, Esomeprazol, Nexium, Protonenpumpenhemmer, Pantoprazol, Pantozol, Ulkus, Magenschmerzen, Magensäure, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Definition der Funktionelle  Dyspepsie: „Als funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) werden subjektive, lange andauernde oder wiederkehrende Oberbauchbeschwerden ohne nachweisbaren organischen Befund bezeichnet, die in der Regel länger als 12 Wochen andauern...“

Studie in American Journal of Gastroenterology (1)

Die Ätiologie der Funktionellen  Dyspepsie (Reizmagen) ist noch unklar, und Studien, die die Wirksamkeit der Protonenpumpenhemmer zur Magensäure-Reduktion untersuchen, lieferten unterschiedliche Resultate.

Eine randomisierte Studie in American Journal of Gastroenterology untersuchte den Effekt von einmal täglich 40mg Esomeprazol (Nexium®) bei 224 Patienten mit funktioneller Dyspepsie.

Ergebnisse: Alle Patienten erfüllten die Kriterien der Rome-II-Definition für funktionelle Dyspepsie: Beschwerden mindestens für 12 Wochen in den letzten 12 Monaten, keine organische Ursachen, keine Assoziation der Symptome an das Stuhlverhalten). Alle Patienten müssten mindestens moderate Symptome nach dem sog. Global Overall Symptom (GOS> or =4) Skala und einen unauffälligen Gastroskopie-Befund aufweisen.

Die Patienten wurden für 8 Wochen entweder für Esomeprazol (Nexium®) 40mg einmal täglich oder Plazebo randomisiert. Der primäre Endpunkt war die Symptom-Besserung nach GOS-Skala (GOS < or =2).

Nach 4 Wochen gab es in der Esomeprazol-Gruppe mehr Patienten mit Symptom-Besserung, als in der Plazebo-Gruppe (50,5% vs. 32.2%). Jedoch nach 8 Wochen gab es zwischen den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied (55.1% vs. 46.1%).

Fazit: Nach 8 Wochen gab es zwischen der Esomeprazol- und Placebo-Gruppe keinen signifikanten Unterschied bei der Behandlung der funktionellen Dyspepsie (Reizmagen). Somit war Esomeprazol (Nexium®) nicht wirksamer als Plazebo. Bis zu 4 Woche war jedoch Esomeprazol (Nexium) effektiver.

Medknowledge-Anmerkung: Außer ihrem harten Indikationsgebiet wie Magengeschwür oder Refluxösophagitis werden Protonenpumpenhemmer neben dem Reizmagen bei unterschiedlichen Symptom-Konstellationen (wie bei nächtlicher Astma (2) oder Laryngitis eingesetzt. Die aktuellen Studien-Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese „Indikationserweiterungen“ nicht immer berechtigt ist.  

Protonenpumpenhemmer (PPI) sind potente, wirksame Medikamente, die zugegebenermaßen ein günstiges Nebenwirkungsprofil zeigen. Aber ganz ohne Nebenwirkungen sind sie auch nicht. Wenn Patienten zusätzlich eine Helicobacter Pylori Infektion haben, können sie bei einer Langzeit-PPI-Therapie leicht eine atrophische Gastritis (4) entwickeln. Auch ein aktuelle Studie in CMAJ (5), den wir in Medknowledge rezensiert haben, zeigt einen mögliche Assoziation zwischen dem PPI-Einsatz und das Risiko für Clostridien Difficile Infektionen. Ebenfalls eine neue Studie in JAMA (5) deutet auf ein erhöhtes Knochenbruchrisiko unter Protonenpumpenhemmer (PPI) hin. 

Trotz der nicht eindeutigen Datenlage wird sich das Anordnungsverhalten der Ärzte gerade bei der Diagnose Funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) nicht so schnell ändern. Weil letztendlich alle mit der Anordnung der PPIs zufrieden sind: die Patienten, die eine schnelle Therapie erhalten, und ihren Lebensstil nicht abrupt ändern müssen; Ärzte, die auf die Therapieerwartung der Patienten rasch mit einem Medikament reagieren können; und Pharmaindustrie, die natürlich über die steigenden Umsätze sich freut.

  1. van Zanten SV et al. Esomeprazole 40 mg once a day in patients with functional dyspepsia: The randomized, placebo-controlled "ENTER" trial. Am J Gastroenterol 2006 Sep; 101:2096-106.

  2. Asthma: geringe Vorteile durch Therapie der Refluxösophagitis (GERD) mit dem Protonenpumpenhemmer Esomeprazol (Nexium®), 2006

  3. Kein Reflux nach Eradikation von Magenkeimen

  4. Protonenpumpenhemmer-Einsatz und das Risiko für Clostridien Difficile Infektionen, 2006

  5. Säurehemmer: Erhöhtes Knochenbruchrisiko unter Protonenpumpenhemmer (PPI), 27. Dezember 2006 

 

 

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Stand: 25. Mai 2013