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Das Reizdarmsyndrom
(Colon Irritabile) nach Infektionen, 2006
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Reizdarmsyndrom, Infektion, Durchfall, Brechreiz, Bakterien,
Reizkolon, Reizdarm, Colon Irritabile, Auslösung, bakterielle
Gastroenteritis, Infektionen, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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Es
wird oft über akute bakterielle Gastroenteritis
(Durchfälle mit Brechreiz), der sich zum Reizdarm-Syndrom (Colon Irritabile) entwickelt,
berichtet. Um die Häufigkeit und Epidemiologie besser zu bestimmen wurde
eine große kanadische Kohortenstudie (1) angelegt,
nachdem die Kontamination eines städtischen
Wasserversorgungsvorrat zu einem großen
Ausbruch von akuter Gastroenteritis durch die
Erreger Escherichia coli 0157:H7 und Campylobacter jejuni
geführt hatte.
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Ortsansässige
Personen wurden eingeladen, sich strukturierten
Beurteilungen in Forschungskliniken, die zwei Jahre
nach dem Ausbruch errichtet wurden, zu unterziehen.
Erwachsene Einheimische ohne entzündliche
Darmerkrankungen in der Vorgeschichte oder
vorheriges Reizdarmsyndrom waren
teilnahmeberechtigt. Standardisierte Fragebögen
legten den vergangenen und den aktuellen
Gesundheitszustand fest. Die Kohorte wurde
unterteilt in eine Kontrollgruppe ohne
Gastroenteritis, Patienten mit klinischem Verdacht
auf Gastroenteritis und Patienten mit
Gastroenteritis in der Anamnese, die jedoch nicht
durch andere Quellen belegt werden konnte. Ein
modifizierter Fragebogen für Darmerkrankungen
identifizierte das Reizdarmsyndrom gemäß den Rom
Kriterien. Die Häufigkeit und Epidemiologie des
Reizdarmsyndroms wurde beschrieben. Risikofaktoren
wurden mittels der multiplen logistischen Regression
bestimmt.
Es
gab 2069 geeignete Studienteilnehmer. Das Rom I
Kriterium traf auf 71 von 701 (10,1%) Individuen aus
der Kontrollgruppe zu, auf 249 von 904 Patienten mit
Gastroenteritis in der Anamnese (27,5%) und auf 168
von 464 Patienten mit klinischem Verdacht auf
Gastroenteritis (36,2%). Unabhängige Risikofaktoren
für das postinfektiöse Reizdarmsyndrom waren jüngeres
Lebensalter, weibliches Geschlecht, Blut im Stuhl,
Bauchkrämpfe, Gewichtsverlust, und länger
bestehende Durchfälle. Beim postinfektiösen
Reizdarmsyndrom war das Auftreten von Durchfällen
eher wahrscheinlich als beim sporadischen
Reizdarmsyndrom.
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Fazit:
Das postinfektiöse Reizdarmsyndrom (Reizdarm nach
Infektionen) tritt nach einer
durch verunreinigtes Wasser hervorgerufenen
Gastroenteritis häufig auf. Das vorherrschende
Symptom ist oft Durchfall. Durch die
Schweregrad der akuten Erkrankung und Berücksichtigung
der Risikofaktoren können Patienten mit einem erhöhten
Risiko für das postinfektiöse Reizdarmsyndrom
identifiziert werden.
Die
genauen Auslösemechanismen müssten noch weiter
erforscht werden, um in Zukunft die Progression von
Gastroenteritis in Reizdarmsyndrom
zu verhindern.
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Marshall
JK et al. Incidence and epidemiology of
irritable bowel syndrome after a large
waterborne outbreak of bacterial dysentery.
Gastroenterology 2006 Aug; 131:445-50.
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Mearin
F et al. Dyspepsia and irritable bowel syndrome
after a Salmonella gastroenteritis outbreak:
One-year follow-up cohort study.
Gastroenterology 2005 Jul; 129:98-104.
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