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Prostatabeschwerden - Harndrang: Selbstmanagement-Training bei Männer mit Symptomen der unteren Harnwege, 2007

Schlüsselwörter: Prostataadenom, Prostatavergrößerung, Harndrang, Nykturie, Schmerzen beim Wasserlassen, Inkontinenz, Harninkontinenz, Selbstmanagement-Konzepte, Männer, Vorsteherdrüse, Prosatata, Harn lassen, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Männer  mit gutartiger Prostatavergrößerung (Prostataadenom) haben häufig Symptome des unteren Harntraktes, wie häufiger Harndrang, verzögerter Beginn vom Wasserlassen oder auch Harnstrahlabschwächung. Die Patienten erhalten oft entweder umgehend Medikamente oder werden operiert.

Eine Studie in BMJ (1) untersuchte die Wirksamkeit von Selbstmanagementkonzepten und Lifestyle-Änderungen bei männlichen Patienten mit Symptomen des unteren Harntraktes. Insgesamt 140 Patienten wurden entweder für Beobachtung (Watchful Waiting) oder für Selbstmanagementkonzept randomisiert. Patienten, die bereits für diese Indikation Medikamente erhalten, wurden in die Studie nicht aufgenommen.

In einzelnen Sitzungen wurde die Selbstmanagement-Gruppe über die Themen von Blasentraining und Flüssigkeitszufuhr-Management bis Koffeine-Vermeiden und Alkoholkonsumverhalten-Änderung en unterrichtet. Der primäre Endpunkt der Studie war die Zunahme der prostatabedingten Beschwerden (wie zunehmender Restharn), die durch die Internationaler Prostata Symptom Score (IPSS) bestimmt wurde.

Nach 3 Monaten waren in der Beobachtungsgruppe 42% Therapieversager, und in der Selbstmanagementk-Gruppe lediglich 10%. Der Unterschied war nach 12 Monaten sogar noch größer (79% vs. 31%).

Fazit der Studie: Insgesamt waren die Selbstmanagementkonzepte bei männlichen Patienten mit Symptomen der unteren Harnwege (wie häufiger Harndrang, auch in der Nacht) sehr wirksam.

Die Methode Selbstmanagement-Training ist zwar für die Ärzte und Patienten „mühsamer“ als die Therapiemöglichkeiten Medikamente oder Operation. Dafür scheint es aber Erfolg zu versprechen. Die Maßnahmen sollten im Rahmen von Studien auch bei größeren Populationen überprüft werden und mögliche Komplikationen überwacht werden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

ZIELSETZUNG: Untersuchung zur Effektivität von Selbstmanagementkonzepten als Behandlungsansatz der ersten Wahl bei männlichen Patienten mit Symptomen des unteren Harntraktes.

STUDIENDESIGN: Durchführung einer randomisierten kontrollierten Studie.

SETTING: Ein Krankenhaus mit Lehrauftrag und ein allgemeines Bezirkskrankenhaus in London.

STUDIENTEILNEHMER: 140 Männer (mittleres Alter 63 [+/- SD 10.7] Jahre), die im Zeitraum Januar 2003 bis April 2004 erfasst wurden und aufgrund von unkomplizierten Symptomen der unteren Harnwege von praktisch tätigen Allgemeinmedizinern zu spezialisierten urologischen Abteilungen überwiesen wurden.

INTERVENTIONEN: Selbstbehandlung plus Standardversorgung (n=73) oder alleinige Standardversorgung (n=67). Die Selbstmanagement-Gruppe nahm in Kleingruppen an drei Treffen zur inhaltlichen Vermittlung von Aspekten der Edukation und des Lebensstils teil und wurde hinsichtlich geeigneter Strategien zur Problemlösung und Zielfestlegung trainiert.

OUTCOME: Die primäre Erfassung des Outcome der Patienten beinhaltete die Anzahl der Therapieversager zu den Zeitpunkten ‚3, 6 und 12 Monate’. Weiterhin wurde das Outcome sekundär mit Hilfe eines verwendeten Scores (Internationaler Prostata Symptom Score, IPSS) bestimmt, wobei ein erreichter höherer Wert auf ein schlechteres Outcome des Patienten hinweist.

ERGEBNISSE: Zum Messzeitpunkt  ‚3 Monate’ betrug die Anzahl der Therapieversager in der Selbstmanagement-Gruppe 7 Patienten (10%) gegenüber 27 Patienten (42%) in der Gruppe mit alleiniger Standardversorgung [Differenz = 32% (18% bis 46%) 95%-Konfidenz-intervall]. Entsprechend fielen die diesbezüglich berechneten Differenzen zu den Messzeitpunkten ‚6 Monate’ und     ‚12 Monate’ aus: 42% (27% bis 57%) resp. 48% (32% bis 64%). Die Erhebung des Scores (IPPS) lieferte zum Messzeitpunkt ‚3 Monate“ in der Selbstmanagement-Gruppe einen mittleren Wert von 10.7 gegenüber 16.4 in der Gruppe mit Standardversorgung [Differenz = 5.7 (3.7 bis 7.7) ]. Die Score-Werte zu den Messzeitpunkten ‚6 Monate’ und ‚12 Monate’ korrespondierten hierzu mit 6.5 (4.3 bis 8.7) resp. 5.1 (2.7 bis 7.6).

ZUSAMMENFASSUNG: Die Umsetzung von Selbstmanagementkonzepten bei männlichen Patienten mit Symptomen der unteren Harnwege reduziert die Häufigkeit von Therapieversagern signifikant und trägt zur Abschwächung der Symptome bei. Aufgrund des in dieser Studie ermittelten großen Nutzens von Selbstmagementstrategien spricht viel für die Durchführung einer umfassenden Multicenter-Studie, die überprüfen soll, ob Selbstmanagement bei männlichen Patienten mit Symptomen des unteren Harntraktes als ein Behandlungs-ansatz der ersten Wahl betrachtet werden kann.

STUDIEN REGISTRIERUNG: National Research Register N0263115137; Clinicak trials NCT00270309 [ClinicalTrials.gov]. 

  1. van der Meulen J et al. Self management for men with lower urinary tract symptoms: Randomised controlled trial. BMJ 2007 Jan 6; 334:25

 

 

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Stand: 25. Mai 2013