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Das Antibiotikum Vancomycin verursacht Immun-Thrombozytopenie, 2007

Schlüsselwörter: Antibiotikum, Vancomycin, Blutplättchen, Blutungen, Immun-Thrombozytopenie, Antibiotika, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Das AntibiotikumVancomycin wird in Deutschland oft bei Problemkeimen wie Clostridien oder auch MRSA eingesetzt.  

Eine Studie in NEJM zeigte, dass Vancomycin über das Immunsystem induzierte Thrombozytopenie verursachen kann. Bei 29 Patienten mit v.a. vancomycin-induzierte  Thrombozytopenie wurden IgG und IgM-Antikörper untersucht.  

Die Thrombozytopenie hatte sich in einer mittleren Zeit von 8 Tagen nach der Einleitung der Vancomycin-Therapie entwickelt. Die mittlere minimale Thrombozytopenie-Zahl betrug 13,600. Im Durchschnitt nach 7 Tagen nach Vancomycin-Stopp normalisierte sich die Thrombozytenzahl. Bei 34% der Patienten entwickelte sich eine schwere Blutung.

Die Mediziner ziehen die Schlussfolgerung, dass Vancomycin eine schwere immuninduzierte Thrombozytopenie verursachen kann, die wiederum mit schweren Blutungen einhergehen kann.

Ausführlichere Abstract-Daten der aktuellen Studie (1):

Vancomycin wird nur selten als Ursache für eine Thrombozytopenie in Betracht gezogen und bisher gibt es nur wenig Anhaltspunkte dafür, dass diese Komplikation durch Immunmechanismen verursacht wird. Das Ziel der Studie im New England Journal of Medicine war, herauszufinden, ob eine Thrombozytopenie bei Patienten, die mit Vancomycin behandelt wurden, durch Vancomycinabhängige Antikörper verursacht wird. 

Es wurden Vancomycinabhängige plättchenreaktive Antikörper bei Patienten, die während einer Fünfjahres-Nachbeobachtungszeit  wegen des klinischen Verdachts auf eine Vancomycin-induzierte Thrombozytopenie zu Tests überwiesen worden waren, identifiziert und charakterisiert. Die klinischen Informationen über die Patienten stammten von den überweisenden Ärzten.

Ergebnisse: Medikamentenabhängige plättchenreaktive Antikörper der IgG-, IgM-Klasse oder beider Klassen wurden bei 34 Patienten gefunden, klinische Nachuntersuchungsergebnisse waren von 29 dieser Patienten vorhanden. Die niedrigste Plättchenzahl war im Durchschnitt 13 600/ mm³,  schwere Blutungen traten bei 10 Patienten (34%) auf. Die Thrombozytenzahl erreichte nach Absetzen von Vancomycin bei allen 26 überlebenden Patienten wieder den Ausgangswert. Bei 15 Patienten wurde die Gabe des Medikaments für einen bis 14 Tage fortgesetzt, während nach anderen Ursachen für die Thrombozytopenie gesucht wurde. Bei 25 Patienten, die Vancomycin erhalten hatten und bei denen keine Thrombozytopenie auftrat, wurden keine Vancomycin-abhängigen Antikörper gefunden.

Fazit: Bei Patienten mit einer Vancomycin-induzierten Immunthrombozytopenie können schwere Blutungen auftreten.  Die Entdeckung von Vancomycin-abhängigen Antikörpern gegen Thrombozyten bei Patienten, die das Antibiotikum erhalten hatten und eine Thrombozytopenie entwickelten, sowie die Abwesenheit der Antikörper bei Patienten, die das Medikament erhalten hatten, deren Plättchenzahlen aber stabil blieben, weist darauf hin, dass diese Antikörper die Ursache der Thrombozytopenie sind.      

  1. Von Drygalski A et al. Vancomycin-induced immune thrombocytopenia. N Engl J Med 2007 Mar 1; 356:904-10.

 

 

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Stand: 25. Mai 2013