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Anämie: Transfusionsstrategien für Kinder auf Intensivstationen, 2007

Schlüsselwörter: Blutarmut, Anämie, Kinder, hämoglobin, Hb, Transfusion, strategie, Blut-Gabe, Erythrozytenkonzentrat-Tranfusion Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Eine restriktive Tranfusionsstrategie bei Erwachsenen mit Anämie kann einer nicht-restriktiven Tranfusionsstrategie überlegen sein (2,3,4). Die optimale Strategie bei Kindern ist jedoch noch unbekannt.

Bei einer aktuell in der NEJM publizierte Studie (1) wurden 637 schwerkranke Kinder mit Hämoglobin-Werte von 9,5 g/dL oder niedriger für eine restriktive Erythrozytenkonzentrat-Tranfusion (Hb-Tranfusionsschwelle 7 g/dL mit einem Zielwert von 8.5–9.5 g/dL) oder nicht-restriktiven Tranfusionsstrategie (Hb- Tranfusionsschwelle 9.5 g/dL mit einem Zielwert von 11–12 g/dL) randomisiert. Die Kinder wurden für 28 Tage beobachtet.

Die Resultate der Studie zeigte, dass eine nicht-restriktive Tranfusionsstrategie bei Kindern im Vergleich zu einer restriktiven Tranfusionsstrategie keine Vorteile bietet.

Für eine sehr lange Zeit wurden Transfusion von Erythrozytenkonzentraten bei Patienten mit Anämie als klinisch wirksam und nützlich angesehen. Durch aktuelle Studien kommt es jedoch zu einem Paradigmen-Wechsel. Eine Studie in Lancet zeigte 2007, dass eine Überkorrektur bei durch Nierenkrankheit bedingte Anämie die Mortaltität erhöhen kann. Auch ein zu hoher Hämatokrit geht bei älteren chirurgischen Patienten mit einer erhöhten postoperativen Sterblichkeit einher (3)

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1):

HINTERGRUND: Die optimale Hämoglobinwert (Hb)-Grenze für die Indikation einer  Erythrozytentransfusion bei Kindern in kritischen Gesundheitszustand ist nicht bekannt. Die Hypothese der Autoren ist, dass eine restriktive Transfusionsstrategie in Form von vor Lagerung leukozyten-reduzierter Erythrozytenkonzentrate vergleichbar sicher ist, als eine liberale Transfusionsstrategie, zu beurteilen an dem Outcome der Kinder hinsichtlich multipler Organdysfunktionen.  

METHODEN: In dieser nicht-inferioren Studie wurden 637 kritisch kranke Kinder in stabilem Zustand eingeschlossen, welche innerhalb der ersten 7 Tage nach Zugang auf die Intensivstation Hämoglobinwerte von unter 9,5 g pro dl aufwiesen. Die Patienten wurden die Patienten in zwei Gruppen randomisiert: 320 Patienten mit Erythrozytentransfusionen bei einem Hb von 7 g/dl (Restriktive Strategie Gruppe) sowie 317 Patienten mit Erythrozytentransfusionen bei einem Hb von 9 g/dl (Freie Strategie Gruppe).

ERGEBNISSE: Die Hb-Werte wurden auf einem mittleren Level (+/- SD) gehalten; in der Restriktiven  Strategie Gruppe lag der Hb um 2.1 +/- 0.1 niedrieger als in der Freien Strategie Gruppe (niedrigste durchschnittlichen Werte, 8.7 +/- 0.4 resp. 10.8 +/- 0.5 g /dl; p<0.001). Patienten in der Restriktiven Strategie Gruppe erhielten 44 % weniger Transfusionen: 174 Patienten (54 %) dieser Gruppe wurden überhaupt nicht transfundiert im Vergleich zu 7 Patienten (2 %) der Freien Strategie Gruppe (p<0.001). Neue oder progressiv verlaufende Organdysfunktionen traten im primären Outcome bei 12 % der Patienten beider Gruppen auf, das sind 38 Patienten der Restriktiven Stategie Gruppe gegenüber 39 Patienten der Freien Strategie Gruppe, auf (absolute Risikoreduktion mit der restriktiven Strategie, 0.4 %; 95 % Konfidenzintervall, (- 4.6 bis 5.4). In jeder Gruppe wurden 14 Todesfälle innerhalb 28 Tage nach Randomisierung verzeichnet. Hinsichtlich anderer Outcome-Kriterien einschließlich Nebenwirkungen wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden.

SCHLUSSFOLGERUNG: Bei kritisch kranken  Kindern in stabilem Zustand kann eine Hämoglobinwert (Hb)-Grenze für die Indikation einer Erythrozytentransfusion von 7 g/dl die

Transfusionsnotwendikeit verringern, ohne dass das negative Outcome dieser Kinder erhöht wird. (Controlled-trials.com number, ISRCTN37246456 [controlled-trials.com]).

  1. Lacroix J et al. Transfusion strategies for patients in pediatric intensive care units. N Engl J Med 2007 Apr 19; 356:1609-19.

  2. Phrommintikul A et al. Mortality and target haemoglobin concentrations in anaemic patients with chronic kidney disease treated with erythropoietin: A meta-analysis. Lancet 2007 Feb 3; 369:381-8.

  3. Erythropoetin-Analogon Aranesp® erhöht Sterberisiko bei Krebspatienten, 17. April 2007

  4. Hämatokrit als Marker für postoperatives Sterberisiko, 13. Juni 2007

 

 

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Stand: 25. Mai 2013