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Ovarialkarzinom-Inzidenz
und Hormonersatztherapie in der „Million Women“- Studie, 2007
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Ovarialkarzinom, Eierstockkrebs, Frauen, Chemotherapie, Operation,
Östrogen, Hormone, Postmenopause, Million-Women-Studie,
Primärprävention-Hormontherapie, Herzinfarkt, Thrombose,
Hormonsubstitution, Progestin, Hormonersatztherapie, Lungenembolie,
Brustkrebs, Nebenwirkung, Myokardinfarkt, Wechseljahre, Menopause, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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Bereits
frühere Studien hatten auf den Zusammenhang
zwischen Ovarialkarzinom und Hormonersatztherapie
hingewiesen (2). Jetzt hat eine Kohortenstudie in
BMJ die Daten von ca. 1-Million-Frauen in der
Postmenopause (Phase der zehn Jahre nach Menopause)
untersucht. Die Studien-Ergebnisse zeigten, dass das
Ovarialkarzinom-Inzidenz bei den Frauen, die aktuell
Hormonersatz-Therapie in der Postmenopause erhalten,
erhöht war. Frauen, die in der Vergangenheit eine
Hormonersatztherapie erhalten hatten, hatten kein
erhöhtes Risiko für ein Ovarialkarzinom.
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Daten
der Million-Women-Studie (1)
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Das
Ovarialkarzinom ist der vierthäufigste bösartige
Tumor bei Frauen im Vereinigten Königreich. Pro
Jahr entwickeln 6700 Frauen ein Ovarialkarzinom und
4600 sterben daran. Über das Risiko aufgrund einer
Hormonersatztherapie an einem Ovarialkarzinom zu
erkranken, gibt es jedoch nur begrenzte
Informationen.
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Die
Studie im „Lancet“ untersuchte 948 576
postmenopausale Frauen aus der britischen „Million
Women“- Studie, die weder Krebserkrankungen noch
eine bilaterale Oophorektomie in der Vorgeschichte
hatten, nach. Diese wurden für eine mittlere
Nachbeobachtungszeit von 5,3 Jahren auf zufällig
auftretende Ovarialkarzinome und 6,9 Jahre auf den
Todesfall untersucht. Informationen über die
Hormonersatztherapie wurden auf Anfrage erhalten
und, wenn möglich, auf den neuesten Stand gebracht.
Die relativen Risiken für ein Ovarialkarzinom
wurden geschichtet nach Alter und
Hysterektomiestatus und angepasst nach dem Wohnort,
der sozioökonomischen Gruppe, Zeitraum seit der
Menopause, Body-Mass-Index, Alkoholkonsum und
Einnahme von Kontrazeptiva berechnet.
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Ergebnisse:
Bei ihrem letzten Bericht über eine
Hormonersatztherapie waren 287 143 Frauen (30%)
unter laufender Therapie und 186 751 (20%) waren in
der Vergangenheit behandelt worden. Während der
Nachuntersuchungszeit wurden 2273 zufällig
aufgetretene Ovarialkarzinome und 1591 Todesfälle
durch den bösartigen Tumor aufgezeichnet. Die
derzeitigen Nutzerinnen der Hormonersatztherapie
hatten ein signifikant höheres Risiko an einem
Ovarialkarzinom zu versterben als die Frauen, die
noch nie eine Hormonersatztherapie erhalten hatten
(relatives Risiko für zufällige Erkrankung 1,2 und
für den Todesfall 1,23). Für derzeitige
Nutzerinnen der Hormonersatztherapie stieg die
Inzidenz eines Ovarialkarzinoms mit der Dauer der
Einnahme an, unterschied sich aber nicht signifikant
bezüglich der Präparate, die benutzt wurden, deren
Komponenten oder dem Einnahmemodus. Die Risiken die
mit der Hormonersatztherapie assoziiert waren,
variierten signifikant hinsichtlich der
Tumorhistologie. Bei Frauen mit epithelialen Tumoren
war das relative Risiko bei derzeitiger Einnahme
versus Nie-Einnahme größer für seröse Tumoren
als für muzinöse, endometroide oder
Klarzelltumoren (relatives Risiko 1,52, 0,72, 1,05
bzw. 0,77). Frauen, die in der Vergangenheit eine
Hormonersatztherapie erhalten hatten, hatten kein
erhöhtes Risiko für ein Ovarialkarzinom (0,98 bzw.
0,97 für eine zufällig auftretende oder tödliche
Erkrankung).
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Innerhalb
von 5 Jahren war die standardisierte Inzidenzrate für
das Ovarialkarzinom bei derzeitigen Benutzerinnen
und Frauen, die noch nie eine Hormonersatztherapie
erhalten hatten, 2,6 bzw. 2,2 pro 1000, das
heißt ein zusätzlicher Fall eines Ovarialkarzinom
bei ungefähr 2500 Benutzerinnen. Die Todesraten
waren 1,6 bzw. 1,3 pro 1000, das heißt ein zusätzlicher
Todesfall an einem Ovarialkarzinom bei ungefähren
3300 Benutzerinnen.
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Fazit:
Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten,
haben ein erhöhtes Risiko sowohl für das zufällig
auftretende als auch das tödlich verlaufende
Ovarialkarzinom. Seit 1991 hat der Einsatz der
Hormonersatztherapie im Vereingten Königreich zu
ungefähr 1300 zusätzlichen Ovarialkarzinomen und
1000 zusätzlichen Todesfällen durch den Tumor geführt.
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Million
Women Study Collaborators. Ovarian cancer and
hormone replacement therapy in the Million Women
Study. Lancet 2007 May 19; 369:1703-10
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Lacey
JV Jr et al. Menopausal hormone therapy and
ovarian cancer risk in the National Institutes
of Health–AARP Diet and Health Study Cohort. J
Natl Cancer Inst 2006 Oct 4; 98:1397-405.
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