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ZIELSETZUNG:
Ziel der Studie war die Bestimmung der Häufigkeit
normaler Laborbefunde im Kindesalter zum
Diagnosezeitpunkt einer entzündlichen
Darmerkrankung.
METHODEN:
Die Datenerhebung erfolgte auf der Grundlage eines
zentralen Registers zur Erfassung von Kindern mit
neu diagnostizierter entzündlicher Darmerkrankung,
prospektiv erfasst in 18 amerikanisch-kanadischen
Zentren. Die untersuchten Laborwerte waren Hämoglobin,
Thrombozyten, Albumin und
Blutsenkungsgeschwindigkeit. Der Schweregrad der
Erkrankung wurde mittels allgemeiner ärztlicher
Beurteilung eingestuft.
ERGEBNISSE:
Insgesamt wurden 526 Kinder in die Studie einbezogen
(mittleres Alter: 11,6 Jahre; männlich 58 %,
weiblich 42 %; 392 Kinder mit M. Crohn, 134 Kinder
mit Colitis ulcerosa). Bei den Kindern mit leichter
Ausprägung der entzündlichen Darmerkrankung
zeigten 21 % der Kinder mit M. Crohn bzw. 54 %
der Kinder mit Colitis ulcerosa bezüglich sämtlicher
4 Laborwerte Normalbefunde. Bei mittelschwerer
und schwerer Ausprägung der Erkrankung lagen
die vier erfassten Laborwerte hingegen bei lediglich
3,8 % der M. Crohn-Patienten bzw. 4,3 % der Colitis
ulcerosa-Patienten im Normbereich. Die
Blutsenkungsgeschwindigkeit wies bei den betroffenen
Patienten am wenigsten häufig normale Werte auf;
insgesamt zeigten 26 % der Patienten mit einer entzündlichen
Darmerkrankung eine normale
Blutsenkungsgeschwindigkeit, einschließlich 18 %
der Patienten mit mittelschwerer und schwerer
Verlaufsform. Normalwerte für Hämoglobin konnten
bei 32 %, für Thrombozyten bei 50 % und für
Albumin bei 60 % der Kinder bestimmt werden. Eine
eindeutige Assoziation zwischen der Lokalisation
eines M. Crohn und dem Schweregrad und normaler
Laborwerte ergab sich nicht. Im Gegensatz hierzu
konnte bei den Kindern mit Colitis ulcerosa eine
direkte Korrelation zwischen dem klinischen
Schweregrad der Erkrankung und dem Ausmaß der entzündlichen
Darmveränderungen und der Anzahl pathologischer
Laborbefunde nachgewiesen werden.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Normale Laborwerte bei Screening-Untersuchungen
schließen die Diagnose einer entzündlichen
Darmerkrankung im Kindesalter nicht aus.
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