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Antibiotika-Therapie in 4-Stunden-nach-Aufnahme bei v.a. Pneumonie als Q-Indikator nicht geeignet, 2007-2008

Schlüsselwörter: Primäre Pneunomie, Qualität, Antibiotika-Therapie, 4-Stunden-nach-Aufnahme, Pneumonie, Nosokomiale Pneumonie, Qualitätsindikator, Q-Indikator, Lungenentzündung, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, ambulant erworbene Pneunomie, Primäre Pneunomie., Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Aktuelle Leitlinien empfehlen Einleitung von Antibiotika-Therapie innerhalb von 4-Stunden-nach-Aufnahme bei ambulant erworbener Pneumonie. Diese Maßnahme wird auch in Deutschland im Rahmen der Qualitätssicherung als Qualitätsindikator hoch bewertet. Im QS- Filter „ambulant erworbene Pneumonie“ von BQS spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle. Wenn die Angaben von Krankenhäusern nicht im Referenzbereich von BQS liegt (Referenzbereich meistens bei 90%), müssen die Krankenhäuser schriftlich über die Gründe der Abweichung vom Referenzbereich eine Stellungnahme abgeben. 

Aber ist diese Vorgehensweise wirklich so sinnvoll? Dieser Frage ging eine Studie in „Chest“ nach. Ambulant erworbener Pneumonie wird im englischsprachigen Raum als „community-acquired pneumonia (CAP)“ bezeichnet.

Die Mediziner untersuchten 2003 die CAP-Aufnahmen in einem Lehrkrankenhaus in Michigan/ USA über einen Zeitraum von sechs Monaten, bevor die 4-Stunden-Leitlinien veröffentlicht waren. Diese Daten verglichen sie mit den Daten von CAP-Patienten aus dem Jahre 2005, wo die Leitlinien bereits publiziert und umgesetzt waren.

Insgesamt hatten signifikant mehr Patienten 2005 Antibiotika in der ersten 4 Stunden nach Aufnahme erhalten, als 2003 (66% vs. 54%). Jedoch auch bedeutend mehr Patienten hatten 2005 zum Schluß mit einer anderen Diagnose als Ambulant erworbener Pneumonie (CAP) vom Krankenhaus entlassen (41% vs. 24%), die Diagnosen waren in den meisten Fällen nichtinfektiöse kardiologische oder pulmonologische Erkrankungen.

Bei allen tatsächlichen Pneumonie-Fällen gab es bei der Antibiotika-Gabe zwischen 2003- und 2005-Patienten keine signifikanten Zeitunterschiede.

Fazit: Die Ergebnisse der Studie zeigen, wenn Patienten eine ambulant erworbene Pneumonie (CAP) hatten, hatten sie auch 2003 ohne die 4-Stunden-nach-Aufnahme-Leitlinie rechtzeitig ihre Antibiotika erhalten. Somit habe diese Leitlinie keinen signifikanten Einfluss über das richtige Antibiotika-Timing. Vielmehr hatten Patienten 2005 mit ungesicherter Pneumonie-Diagnose unnötig Antibiotika erhalten, weil sich die Mediziner an die 4-Stunden-Leitlinie gehalten hatten.

Die Autoren fordern daher, realistischere Vorgehensweise für die Antibiotika-Gabe oder Differenzierung der bestehenden  Algorithmen.  

Auch ein aktuelle Studie in Archives of Internal Medicine (2) zum Thema zeigte 2008 ähnliche Ergebnisse.

Medknowledge-Anmerkung: Es ist sehr fraglich, ob weitere Differenzierung der Empfehlungen einen klinischen Vorteil bringen würde, oder ob es nicht die administrativen Aufwand ohne Nutzen erhöhen würde. Wenn weitere Untersuchungen zeigen sollten, dass die 4-Stunden-Leitlinie letztendlich unwirksam ist, und zur unnötigen Antibiotika-Anordnung führt, wäre vielleicht der beste Weg, sie einfach abzuschaffen.

  1. Fee C and Weber EJ. Identification of 90% of patients ultimately diagnosed with community-acquired pneumonia within four hours of emergency department arrival may not be feasible. Ann Emerg Med 2007 May; 49:553-9.  

  2. Welker JA et al. Antibiotic timing and errors in diagnosing pneumonia. Arch Intern Med 2008 Feb 25; 168:351

 

 

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Stand: 25. Mai 2013