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KONTEXT:
Humanes Papillomvirus (HPV)-Virus-like-particle-
Impfstoffe wurden zum Schutz vor HPV-Infektionen, Präkanzerosen
und Krebs entwickelt. Für Frauen, die mit onkogenem
HPV infiziert sind, könnte die Vakzinierung als
Therapieoption gelten. ZIEL: Untersucht werden
sollte, ob eine Vakzinierung gegen HPV Typ 16 und 18
die virale Clearance bei HPV-infizierten Frauen
steigert.
STUDIENDESIGN
UND ORT: verblindete, ortsbezogene, randomisierte
Phase-III-Studie in 2 Provinzen von Costa Rica.
TEILNEHMER:
Insgesamt wurden 2189 Frauen im Alter von 18 bis 25
Jahren zwischen Juni 2004 und Dezember 2005
aufgenommen. Die Teilnehmerinnen hatten bei Aufnahme
einen positiven HPV-DNA-Status. Sie wurden in einem
mindestens 6-monatigem Follow-up beobachtet und der
HPV-DNA-Status kontrolliert.
VORGEHENSWEISE:
Die Teilnehmerinnen wurden randomisiert zwei Gruppen
zugeteilt. Sie erhielten innerhalb von 6 Monaten
entweder 3 Einzeldosen des bivalenten
Kandidat-Impfstoffes HPV 16/18- L1
protein-Virus-like particle-AS04 (n = 1088) oder
einer Kontrollvakzine gegen Hepatitis A (n =
1101).
HAUPT-OUTCOME:
Der HPV-DNA-Status wurde in Zervixproben
nachgewiesen. Vor der Vakzinierung wurde ein
molekularerer Hybridisierungsassay mittels
Chemolumineszenz, HPV-RNA-Sonden und
Polymerasekettenreaktion (PCR) mit SPF10 Primern
sowie ein „line probe assay“ (LiPA) durchgeführt.
Nach der Vakzinierung wurde HPV-DNA mittels PCR
nachgewiesen. Die Rate der Typ-spezifischen viralen
Clearance wurde unter Verwendung der Generalized
Estimation Equation (GEE)-Methode nach 6 Monaten
(nach 2 Einzeldosen) und nach 12 Monate (nach 3
Einzeldosen) in den zwei Studiengruppen
verglichen.
ERGEBNISSE:
Im Vergleich zur Kontrollgruppe ergab sich für die
Gruppe mit HPV-Vakzine keine erhöhte virale
Clearance nach 6 oder 12 Monaten. Die Clearance-Rate
der HPV 16/18-Infektionen lag nach 6 Monaten in der
HPV-Vakzine-Gruppe bei 33,4% (82/248) und in der
Kontrollgruppe bei 31,6% (95/298) (Vakzinierungseffizienz
bezüglich viraler Clearance 2,5%; 95%
Konfidenzintervall, -9,8% bis 13,5%). Nach 12
Monaten ergab sich für die HPV-Vakzine-Gruppe eine
Clearance-Rate von 48,8% (86/177) und für die
Kontrollgruppe 49,8% (110/220) (Vakzinierungseffizienz
bezüglich viraler Clearance -2,0%; 95%
Konfidenzintervall, -24,3% bis 16,3%). Gegenüber
anderen onkogenen und nicht-onkogenen HPV-Typen war
kein therapeutischer Effekt festzustellen. Dies gilt
sowohl für Frauen, die alle Vakzinierungsdosen
erhielten, als auch für Frauen mit einfacher
Infektion und für Frauen mit folgender
Stratifizierung: Serologie für HPV 16/18,
zytologischer Befund, HPV-DNA-Viruslast,
verstrichene Zeit seit erstem sexuellen Kontakt,
Infektion mit Chlamydia trachomatis oder Neisseria
gonorrhoeae, Gebrauch hormoneller Kontrazeptiva,
Rauchen.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Bei HPV-DNA-positiven Frauen führt die HPV
16/18-Vakzinierung nicht zur Beschleunigung der
viralen Clearance und sollte nicht zur Behandlung prävalenter
Infektionen eingesetzt werden.
STUDIENREGISTRIERUNG:
clinicaltrials.gov Nummer: NCT00128661.
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