|
| |
Paracetamol-Vergiftung:
verkürzte orale N-Acetylcystein-Therapie, 2007
|
| Schlüsselwörter:
Acetaminophen, N-Acetylcystein, Fluimucil, Leber, Versagen,
Paracetamol, Ben-U-ron, Ursache, akutes Leberversagen,
Schwellenwert, Suizid, Selbstmord, ACC, Fluimucil, Intoxikation, Krankheit,
Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
|
In
den USA wird bei Paracetamol-Vergiftung üblicherweise
18-Dosen N-Acetylcystein (Fluimucil®) oral über 72
Stunden verabreicht. Diese Therapieregime verlängert
jedoch den Krankenhausaufenthalt und N-Acetylcystein
kann in hohen Dosen Übelkeit und Erbrechen
verursachen. Eine NEJM-Studie (1) überprüfte die
Wirksamkeit einer verkürzten oralen
N-Acetylcystein-Therapieprotokoll für 20-48
Stunden. Keiner der 205 Patienten, die mit einer
verkürzten oralen N-Acetylcystein-Therapie
behandelt wurden, entwickelten einen Leberschaden.
|
|
Ausführlichere
Daten der aktuellen Studie (1):
|
|
Prospektive
Evaluation einer verkürzten oralen N-Acetylcystein-Therapie zur Behandlung akuter
Acetaminophen-Intoxikationen
|
|
STUDIENZIEL:
Bei Patienten mit akuter Acetaminophen (Paracetamol-)
–Intoxikation und adäquaten Laborwerten soll mit
einer verkürzten Therapiedauer von
N-Acetylcystein oral (20-48 h) ein nachfolgendes
Leberversagen und Versterben verhindert
werden.
METHODEN:
Anhand einer US-weiten Vergiftungsdatenbank wurden
prospektiv über 12 Monate Patienten ermittelt, bei
denen aufgrund des Serum-Acetaminophen-Levels ein
Verdacht auf toxische Acetaminophen-Aufnahme
bestand. Den Patienten wurden mindestens 6
Einzeldosen (20h) N-Acetylcystein verabreicht und
anschließend Laboruntersuchungen durchgeführt. Von
der Vergiftungszentrale wurde zum Abbruch der
N-Acetylcystein-Gabe geraten, wenn
Serum-Acetaminophen unter der Nachweisgrenze lag
(<10 µg/mL) und der Lebertest Normalwerte ergab
(Serum-Aminotransferase, International
Normalized Ratio). Um das Auftreten von Symptomen
einer progressiven Lebertoxizität zu dokumentieren,
wurde ein Follow-up-Fragebogen an alle Patienten
ausgeteilt, die bis zu 48 h mit N-Acetylcystein
behandelt wurden.
ERGEBNISSE:
Von 205 Patienten mit akuter Intoxikation und
N-Acetylcystein-Therapie (48 h oder kürzer) konnten
195 nach Entlassung erfolgreich kontaktiert werden.
187 von 195 Patienten (95,9%) nannten keine Symptome
eines Leberversagens. 8 Patienten (4,1%) berichteten
über Abdominalschmerzen oder Erbrechen. Allerdings
erhielt keiner dieser Patienten eine weitere
Behandlung mit N-Acetylcystein oder eine
erneute Einweisung ins Krankenhaus.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Eine verkürzte N-Acetylcystein-Therapie (20-48h)
kann gegebenenfalls als wirksame Behandlungsoption
angesehen werden. Dies gilt für Patienten, bei
denen aufgrund verschiedener Laborwerte vor dem
Absetzten von N-Acetylcystein kein weiteres
Risiko einer Lebertoxizität besteht.
|
-
Betten
DP et al. A prospective evaluation of shortened
course oral N-acetylcysteine for the treatment
of acute acetaminophen poisoning. Ann Emerg Med
2007 Sep; 50:272-9.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|