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BACKGROUND:
Antikoagulantien und plättchenaggregationshemmende
Medikamente {z.B. Warfarin (in Deutschland Marcumar®),
Clopidogrel (Plavix®, Iscover®) oder
Acetylsalicylsäure (Aspirin®)} sind wichtige
Therapeutika in der Behandlung von kardiovaskulären
Krankheiten.
Medikamenten-Interaktionen
mögen das Risiko gastrointestinaler Blutungen erhöhen
wenn diese Medikamente kombiniert werden. Hier wurde
untersucht, ob antithrombotisch wirksame
Medikamentenkombinationen das Risiko solcher
Blutungen bei Patienten in einer Allgemeinarztpraxis
erhöhen.
METHODEN:
Es wurde eine populationbasierte, retrospektive
Fallkontroll-Studie durchgeführt. Dabei wurde die
Dokumentation der “United Kingdom General Practice
Research”-Datenbank von 2000 bis 2005 verwendet.
Als Fälle wurden Patienten mit einem Alter >18
Jahre identifiziert mit Erstdiagnose
gastrointestinale Blutung. Dazu wurden Kontrollfälle
nach Arztpraxis, Alter und Indexdatum (Datum der
Blutung) identifiziert. Alle Patienten mußten
mindestens 3 Jahre Follow-up-Daten in der Datenbank
haben.
Medikamentenexposition
war definiert wenn während 90 Tagen vor dem
Indexdatum eine Medikamentengabe erfolgte.
ERGEBNISSE:
Es waren 4028 Fälle mit der Diagnose
gastrointestinale Blutung und 40 171 Kontrollen. Die
Verschreibung von Acetylsalicylsäure mit entweder
Clopidogrel (adjustierte „rate ratio“ [RR] 3,90)
oder Warfarin (adjustierte „rate ratio“ 6,48)
war mit einem höheren Risiko gastrointestinaler
Blutungen assoziiert als jedes einzelne Medikament
als Monotherapie. Das gleiche galt, wenn ein
nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID) mit
entweder Clopidogrel (adjusted RR 2,93;) oder
Warfarin (RR 4,60; 95% CI 2,77-7,64) kombiniert war.
INTERPRETATION:
Medikamentenkombinationen aus Plättchenaggregationshemmern
und Antikoagulantien sind mit einem höheren Risiko
gastrointestinaler Blutungen assoziiert als
Medikamente als Monotherapie. Ärzte sollten über
diese Risiken informiert sein um im Rahmen der
Therapie eine ausreichende Nutzen/Risiko-Abwägung
vornehmen zu können.
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