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Hintergrund:
Eine „Goal Directed Therapy“ wird bei schwerer
Sepsis und septischem Schock auf der Intensivstation
angewendet. Diese Methode beinhaltet die Anpassung
der kardialen Vorlast, Nachlast und Kontraktilität
um ein ausreichendes Sauerstoffangebot zu gewährleisten.
Eine Early Goal-Directed Therapy (EGDT) soll bereits
in der Notaufnahme beginnen. Die Patienten sollen spätestens
nach 6 Stunden auf die Intensivstation verlegt
werden. Durch die zusätzliche Messung der
zentralvenösen Sättigung können bereits in dieser
Zeit weitere Interventionen stattfinden.
Vorgehen:
Das
Ziel der prospektiven Interventionsstudie in „Chest“
war, die klinische Effektivität eines Early Goal
Directed Therapy- Protokolls in der Notaufnahme zu
untersuchen. Die Studie wurde über zwei Jahre an
einer städtischen Notaufnahme durchgeführt.
Einschlusskriterien waren Verdacht auf Infektion,
Anzeichen für eine systemische Entzündung, und
entweder Blutdruckwert systolisch unter 90 mm Hg
nach Gabe eines Flüssigkeitsbolus bzw.
Laktatkonzentration größer oder gleich 4 mol/l.
Ausschlusskriterien waren Alter unter 18 Jahren,
Kontraindikationen gegen einen Zentralvenösen
Katheter und die Notwendigkeit sofortiger
chirurgischer Therapie. Es wurden prospektiv für
ein Jahr klinische Daten und Sterbedaten von
aufeinander folgenden ausgewählten Patienten unter
der Behandlung von zertifizierten Notärzten
dokumentiert. Dann wurde ein EGDT-Protokoll (die
Intervention) eingeführt und klinische Daten und
Mortalitätsraten ein Jahr lang dokumentiert. Vor
dem ersten Jahr wurde eine 33%ige Reduktion der
Mortalitätsrate (die relative Mortalitätsrate die
in der Originalstudie über die EGDT gefunden wurde)
definiert, um die klinische Effektivität der
Intervention zu fordern.
Ergebnisse:
Im Präinterventionsjahr wurden 79 Patienten in die
Studie aufgenommen und 77 im Postinterventionsjahr.
Verglichen mit dem Präinterventionsjahr erhielten
die Patienten im Postinterventionsjahr signifikant
mehr Flüssigkeitsvolumen (2,54 l vs. 4,66 l) und häufiger
Vasopressoren während der initialen Reanimation
(34% vs. 69%). Die Kliniksterblichkeit war 21 von 79
(27%) Patienten vor der Intervention verglichen mit
14 von 77 Patienten (18%) nach der Einführung der
Intervention.
Fazit: Die
Anwendung einer EGDT in der Notfallaufnahme war mit
einer absoluten Reduktion der Mortalität um 9%
assoziiert (relativ 33%). Die Daten liefern eine
externe Validierung der klinischen Effektivität
einer EGDT bei der Behandlung der Sepsis und dem
septischen Schock in der Notaufnahme.
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