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HINTERGRUND:
Obwohl sich frühere Berichte über Carotis-Stenting
mit Embolieprotektion (CAS) auf klinische Ergebnisse
wie Tod, Schlaganfall und Myokardinfarkt
konzentrierten, sind nur wenige Daten verfügbar,
die Schlaganfälle bei CAS näher charakterisieren.
Daher werden derzeit potentielle Pathomechanismen
nur schwer verstanden. Die vorliegende Arbeit
untersuchte Zeitverlauf, Lokalisation, Schwere und
Anfallstypen bei CAS in der Studie “Carotid
ACCULINK/ACCUNET Post Approval Trial to Uncover
Unanticipated or Rare Events (CAPTURE)“.
METHODEN:
CAPTURE ist ein prospektives, multizentrisches
Register zur Einschätzung der medizinischen
Ergebnisse nach CAS nach der Zulassung des
verwendeten Stents. Ein Neurologe untersuchte die
Patienten vor der CAS, nach 24 Stunden sowie 30 Tage
nach CAS. Der primäre Endpunkt war ein kombinierter
Endpunkt aus Tod, Schlaganfall, oder Myokardinfarkt
binnen 30 Tagen nach CAS. Schlaganfälle und alle
neurologischen Ereignisse mit Verdacht auf
Schlaganfall wurden durch ein unabhängiges
Kommittee, das „Clinical Events Adjudication
Committee“ anhand prädefinierter Definitionen
begutachtet. Quelldokumente aller Patienten mit
Schlaganfall in dieser Kohorte wurden
durchgesehen.
ERGEBNISSE:
Die 30-Tages-Ergebnisse waren von 3500 Patienten
verfügbar. Der primäre Endpunkt am Tag 30, die
Ereignisrate für Tod, Schlaganfall und
Myokardinfarkt betrug 6,3% (95% Konfidenzintervall:
5,5%-7,1%). Die Häufigkeit größerer Schlaganfälle
und Tod betrug 2,9% (95% Konfidenzintervall:
2,4 bis 3,5). 4,8% der Patienten erlebten einen
Schlaganfall (3,9% ipsilateral und 0,9%
nichtipsilateral, 2% übergreifend). Die Mehrheit
der Schlaganfallsymptome (57,7%) war nach dem
Eingriff aber vor Entlassung bemerkt worden.
Hingegen wurden 22,3% während des Eingriffs und 20%
nach der Klinikentlassung festgestellt. Die
zeitliche Verteilung war ähnlich und unabhängig
von der Symptomatik vor dem Eingriff. Insgesamt
waren 41% (69 von 170) aller Schlaganfälle größere.
Die Inzidenz größerer Schlaganfälle war
statistisch signifikant größer bei Patienten mit
Symptomen im Vergleich mit asymptomatischen
Patienten, 4,6% (22 von 482) beziehungsweise 1,6%
(47 von 3018). Es gab mehr kleine als große
Schlaganfälle bei asymptomatischen Patienten (63%
versus 37%; P=0,10). Hingegen war die
Schlaganfallschwere gleich verteilt bei den
symptomatischen Patienten. Unter den ipsilateralen
Schlaganfällen war fast die Hälfte größer (44%),
wohingegen nur ein Viertel (26%) der
nichtipsilateralen Schlaganfälle größer waren.
Alles in allem waren 23% der großen Schlaganfälle
hämorrhagische und 94% dieser Schlaganfälle waren
ipsilateral. Es gab eine Tendenz zu mehr größeren
hämorrhagischen Schlaganfällen bei symptomatischen
Patienten im Vergleich zu asymptomatischen Patienten
(36% vs. 17%; P=0.07). 55% der Schlaganfälle nach
dem Eingriff und vor der Entlassung waren größere,
wohingegen 27% der Schlaganfälle nach Entlassung größere
waren. Weiterhin waren 65% der hämorrhagischen
Schlaganfälle nach dem Eingriff und vor Entlassung,
30% nach der Entlassung.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Schlaganfälle in Verbindung mit CAS scheinen in der
Mehrzahl der Fälle klinisch in Erscheinung zu
treten nach dem Eingriff aber vor Entlassung.
Signifikant weniger Schlaganfall-Symptome folgen auf
die Entlassung aus dem Spital, typischerweise nach
24 Stunden. Das zeitliche Auftreten der Schlaganfälle
nach CAS scheint ähnlich dem nach
Carotisendarterectomie zu sein. Desweiteren tritt
fast jeder fünfte Schlaganfall nicht-ipsilateral
auf, mit Ausnahme von Ereignissen während des
Eingriffes, welche alle ipsilateral waren, zur Seite
der Stentimplantation. Der hämorrhagische
Schlaganfall schien mehr in der Zeit nach dem
Eingriff aufzutreten. Diese Parameter der
Schlaganfallschwere, -lokalisation und Zeitverlauf
geben weitere Einblicke in die Pathomechanismen der
adversen neurologischen Ergebnisse von CAS.
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Fairman
R et al. The CAPTURE registry: Analysis of
strokes resulting from carotid artery stenting
in the post approval setting: Timing, location,
severity, and type. Ann Surg 2007 Oct; 246:551.
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