|
ZIELSTELLUNG:
Aromatasehemmer (AH) verbessern das Überleben von
postmenopausalen Frauen mit hormon-sensitivem
Mamma-CA, können aber Gelenkschmerzen und
Gelenksteifigkeit verursachen. Daher war es das Ziel
dieser Studie, Prävalenz und Risikofaktoren der
AH-vermittelten Gelenkbeschwerden zu ermitteln.
PATIENTEN
UND METHODEN: In einer Querschittsstudie wurden
postmenopausale Frauen mit hormon-sensitivem
Mamma-CA (Frühstadium) unter adjuvanter Behandlung
mit AH in einer städtischen akademischen
onkologischen Klinik befragt. Die Patientinnen
beantworteten 25 Fragen in einem
Selbstauskunftsbogen über das Auftreten von
Gelenkbeschwerden (Neuauftreten oder
Verschlechterung bereits bestehender
Gelenkschmerzen) nach Beginn der Therapie mit AH.
Mittels multivariater Regressionsanalyse wurden
diejenigen mit AH im Zusammenhang stehender
Arthralgie mit denen ohne Beschwerden verglichen,
adjustiert nach demographischen und klinischen
Begleitfaktoren.
ERGEBNISSE:
Von 200 Patienten, die die Befragung vollständig
absolvierten, berichteten 94 (47%) mit AH im
Zusammenhang stehende Gelenkschmerzen und 88 (44%)
berichteten mit AH im Zusammenhang stehende
Gelenksteifigkeit. Eine multivariate
Regressionsanalyse zeigte eine inverse Assoziation
der Gelenkbeschwerden mit Übergewicht („Body Mass
Index“ 25-30 kg/m2) und vorheriger
Tamoxifenbehandlung. Patienten, die eine
Chemotherapie mit Taxanen erhielten, hatten ein
vierfach höheres Risiko für AH-assoziierte
Gelenkschmerzen (odds ratio [OR] = 4,08, 95% CI,
1,58 bis 10,57) und Gelenksteifigkeit (OR = 4,76;
95% CI, 1,84 bis 12,28) als andere Patientinnen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Diese Studie zeigt, dass AH-assoziierte
Gelenkbeschwerden häufiger sind als in
vorangegangenen klinischen Studien. Der Erfolg der
AH-Behandlung hängt davon ab, wie gut die
Patientinnen sich an die Behandlungsempfehlungen
halten können. Daher sind weitere
Interventionsstudien nötig, um diese Beschwerden zu
lindern.
|