|
HINTERGRUND
& ZIELE: Die medizinischen Ergebnisse der
Dickdarm-Kontrolluntersuchungen im Rahmen des
kolorektalen Karzinomsscreenings mit Koloskopie sind
unbekannt. In einer prospektiven Studie wurde die
Inzidenz fortgeschrittener Neoplasien bei Patienten
nach 5,5 Jahren Koloskopie-Screening
untersucht.
METHODEN:
3121 asymptomatische Probanden (Alter 50 bis 75
Jahre) hatten ein Koloskopie-Screening
zwischen 1994 und 1997 im Department of Veterans
Affairs. 1171 Patienten mit Neoplasien und 501
neoplasiefreie Probanden (Kontrollgruppe) wurden
Dickdarm-Kontrolluntersuchungen über 5 Jahre
unterzogen. Kohorten wurden nach Baseline-Befunden
definiert. Es wurde jeweils das relative Risiko für
fortgeschrittene Neoplasien innerhalb von 5,5 Jahren
berechnet. Fortgeschrittene Neoplasien waren als
tubuläre Adenome >oder =10 mm definiert, Adenome
mit villöser Histologie, Adenome mit hochgradiger
Dysplasie, oder invasive Karzinome.
ERGEBNISSE:
895 (76.4%) der Patienten mit Neoplasien und 298
Probanden (59,5%) ohne Neoplasien (Baseline) hatten
Koloskopien innerhalb 5,5 Jahren; 2,4% der Probanden
ohne Neoplasie hatten nun fortgeschrittene
Neoplasien. Das relative Risiko bei Patienten mit
Baseline-Neoplasie betrug 1,92 (95% KI: 0,83-4,42)
mit 1 oder 2 tubulären Adenomen <10 mm; 5,01
(95% KI: 2,10-11,96) mit 3 oder mehr tubulären
Adenomen <10 mm; 6,40 (95% KI: 2,74-14,94) mit
tubulären Adenomen >oder =10 mm; 6,05 (95% KI:
2,48-14,71) für villöse Adenome sowie 6,87 (95%
KI: 2,61-18,07) für Adenome mit hochgradieger
Dysplasie.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Es besteht eine hochgradige Assoziation zwischen
Ergebnissen der Baseline Koloskopie und der Häufigkeit
schwerer auftretender Läsionen innerhalb der 5,5
Jahre der Überwachung. Patienten mit 1 oder 2 tubulären
Adenomen (<10 mm) repräsentieren eine Gruppe mit
niedrigem Risiko im Vergleich zu anderen Patienten
mit einer Neoplasie des Dickdarms.
|