|
| |
Dabigatran
(Rendix®) nach Hüft-Endoprothese (TEP): orale Antikoagulation ohne
therapeutische Monitoring, 2007
|
| Schlüsselwörter:
Dabigatran, Hüft-Endoprothese, TEP, Blutung, Operation, Thrombose,
Embolie, Sicherheit, Antikoagulation ohne Monitoring,
Hüftndoprothese, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
|
In
einer Lancet-Studie (1) scheint Dabigatran
(Rendix®)
zur Antikoagulation nach Hüftendoprothese eine
sichere und effektive Alternative zu Enoxaparin (Clexane®)
zu sein. Dabigatran (Rendix®) kann oral eingenommen
werden, und erfordert kein therapeutisches
Monitoring. Das neue Arzneimittel soll auch als
Alternative zur Marcumar® bei Patienten mit
Vorhofflimmern getestet werden. Ein anderer direkter
Thrombinhemmer Ximelagatran
(Exanta®) musste kürzlich wegen Leberschaden (Hepatotoxizität)
vom Markt genommen werden.
|
|
Dabigatranetexilat
im Vergleich mit Enoxaparin zur Prävention venöser
Thromboembolien nach operativem Einsatz einer
kompletten Hüftendoprothese: Eine randomisierte,
doppelblinde, “non-inferiority” Studie.
|
|
HINTERGRUND:
Nach erfolgter kompletter operativer Hüft-Endoprothese
wird empfohlen, das Risiko venöser Thromboembolien
nach Entlassung aus dem Krankenhaus durch geeignete
Prophylaxe zu senken. Ziel war es, den oral
applizierbaren direkten Thrombinhemmer
Dabigatranetexilate (Dabigatran) im Rahmen dieser
Prophylaxe zu prüfen.
METHODEN:
In dieser doppelblinden Studie, wurden 3494
Patienten mit erfolgter kompletter operativer Hüftendoprothese
randomisiert. Gruppe 1 erhielt über 28-35 Tage
Dabigatran 220 mg (n=1157), Gruppe 2 erhielt 150 mg
Dabigatran (1174) einmal pro Tag, beginnend mit der
halben Dosis 1-4 h nach der Operation. Die dritte
Gruppe erhielt Enoxaparin 40 mg einmal pro Tag
subkutan (1162), beginnend am Abend vor der
Operation. Der primäre Endpunkt (Wirksamkeit) war
ein kombinierter Endpunkt bestehend aus Inzidenz
aller venöser Thromboembolien (venographisch oder
symptomatisch) sowie der Inzidenz der Todesfälle
(alle Ursachen) während der Behandlung. Basierend
auf der absoluten Differenz in den Häufigkeiten venöser
Thromboembolien unter Enoxaparin versus Placebo, war
die „non-inferiority“-Schwelle für Unterschiede
in der Häufigkeit von Thromboembolien 7,7%.
Wirksamkeitsanalysen wurden mittels modifizierter
“intention to treat”-Analysen durchgeführt.
Diese Studie ist bei ClinicalTrials.gov, mit der
Nummer NCT00168818 registriert.
ERGEBNISSE:
Im Median betrug die Behandlungsdauer 33 Tage. 880
Patienten in der Dabigatran-Gruppe (220 mg), 874
Patienten in der Dabigatran-Gruppe (150 mg) sowie
897 Patienten in der Enoxaparin-Gruppe wurden
analysiert; Hauptgründe für ein Austreten aus der
Studie war in allen drei Behandlungsgruppen ein
Fehlen adaequater venographischer Daten. Der primäre
Endpunkt wurde bei 60 (6,7%) der 897 Individuen in
der Enoxaparin-Guppe versus 53 (6,0%) der 880
Patienten in der Dabigatran-Gruppe mit 220 mg
(absolute Differenz -0,7%, 95% KI -2,9 bis 1,6%) und
75 (8,6%) der 874 Leute in der 150 mg-Gruppe (1,9%,
-0,6 bis 4,4%) erreicht. Beide Dosierungen waren
daher “non-inferior” zu Enoxaparin. Es gab
keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Häufigkeit
größerer Blutungsrate zwischen den
Dabigatran-Gruppen im Vergleich mit der
Enoxaparin-Gruppe (p=0,44 für 220 mg, p=0,60 für
150 mg). Die Häufigkeiten von Leberenzymanstiegen
sowie akuter koronarer Ereignisse während der
Studie unterschieden sich nicht signifikant zwischen
den Behandlungsgruppen.
INTERPRETATION:
Oral appliziertes Dabigatran war genauso effektiv
wie Enoxaparin in der Risikoredution von venösen
Thromboembolien nach erfolgter operativer kompletter
Hüftendoprothese und hatte ein ähnliches
Sicherheitsprofil.
-
Eriksson
BI et al. Dabigatran etexilate versus enoxaparin
for prevention of venous thromboembolism after
total hip replacement: A randomised,
double-blind, non-inferiority trial. Lancet 2007
Sep 15; 370:949.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|