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HINTERGRUND:
Die Inzidenz des Prostatakarzinoms stieg seit Einführung
des Screenings asymptomatischer Männer drastisch
an. Die European Randomized Study of Screening for
Prostate Cancer (ERSPC) wurde 1993 initiiert, um den
Einfluss des PSA (Prostata-spezifisches-Antigen)-Screenings
auf die Mortalität des Prostatakarzinoms zu
bestimmen. Variationen im Screening-Algorithmus, wie
unterschiedliche Screening-Intervalle, dürften die
Morbidität, Mortalität und Lebensqualität der
untersuchten Population beeinflussen.
METHODEN:
Verglichen wurden Zahl und Charakteristika von
Intervallkarzinomen. Hierbei handelt es sich um
Karzinome, die während des Screening-Intervalls,
nicht aber im Rahmen des Screenings selber entdeckt
werden. Untersucht wurden Männer im Screening-Arm
des ERSPC, im Alter von 55-65 Jahren zum Zeitpunkt
des ersten Screenings, in den zwei ERSPC-
Studienzentren Göteborg (2-jähriges
Screening-Intervall, n= 4202) und Rotterdam (4-jähriges
Screening-Intervall, n = 13301). Alle Teilnehmer,
bei denen vor dem 31. Dezember 2005 und maximal 10
Jahre nach dem ersten Screening ein Prostatakarzinom
diagnostiziert worden war, wurden in Zusammenarbeit
mit den nationalen Krebsregistern ermittelt. Ein möglicherweise
lebensbedrohliches (aggressives) Intervallkarzinom
war bei Diagnose durch mindestens eines der
folgenden Charakteristika gekennzeichnet: Stadium M1
oder N1, PSA-Konzentration im Plasma > 20,0 ng/ml
oder Gleason-Grad > 7. Mithilfe der
Mantel-Cox-Regressionsanalyse wurden die
Unterschiede in der Rate von Intervallkarzinomen und
aggressiven Intervallkarzinomen in den zwei Zentren
bestimmt. Alle statistischen Tests waren zweiseitig.
ERGEBNISSE:
Die kumulative 10-Jahres-Inzidenz aller
Prostatakarzinome lag in Rotterdam bei 1118 (8,41%)
und in Göteborg bei 552 (13,14%) (p<0,001). Die
kumulative Inzidenz von Intervallkarzinomen ergab 57
(0,43%) in Rotterdam und 31 (0,74%) in Göteborg (p
=0,51). Als kumulative Inzidenz aggressiver
Intervallkarzinome wurde für Rotterdam 15
(0,11%) und für Göteborg 5 (0,12%) (p =0,72)
ermittelt.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Die Studie ergab insgesamt eine niedrige Rate von
Intervallkarzinomen, insbesondere von aggressiven
Intervallkarzinomen. Ein 2-jähriges
Screening-Intervall erbrachte höhere
Detektionsraten als ein 4-jähriges. Die Rate von
Intervallkarzinomen und aggressiven
Intervallkarzinomen der Prostata war beim 2-jährigen
Screening allerdings nicht erniedrigt.
-
Roobol
MJ et al. Interval cancers in prostate cancer
screening: Comparing 2- and 4-year screening
intervals in the European Randomized Study of
Screening for Prostate Cancer, Gothenburg and
Rotterdam
. J Natl Cancer Inst 2007 Sep 5; 99:1296.
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