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In
der Präventionsstudie PCPT
(1) wurde die Annahme überprüft, dass die
Einnahme von Finasterid (Proscar®) das Risiko, an
einem Prostatakarzinom zu erkranken, reduzieren
kann. Die Studie ergab damals 2003 jedoch den
gegenteiligen Effekt: In der Finasterid-Gruppe wurde
im siebenjährigen Studienzeitraum eine größere
Anzahl höher maligne Tumoren diagnostiziert als in
der Kontrollgruppe.
Jetzt
hat eine aktuelle erneute Analyse (2) der Daten der
PCTP-Studie gezeigt, dass die Assoziation zwischen
Finasterid (Proscar®) und hochgradigem
Prostatakrebs vermutlich ein Artefakt (Bias)
aufgrund unterschiedlicher Gewebeproben-Dichte in
der Finasterid- und Kontrollgruppe bedingt
war.
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HINTERGRUND:
Das Prostate Cancer Prevention Trial (PCPT) ergab für
Patienten mit Finasterid-Behandlung (5 mg täglich)
eine 24,8%-ige Senkung der 7-Jahres Prävalenz von
Prostatakarzinom verglichen mit Plazebo-behandelten
Patienten. Allerdings wurde für Tumore mit hohem
Gleason-Grad ein Prävalenzanstieg von 25,5%
festgestellt, dessen klinische Bedeutung unklar ist.
Eine mögliche Erklärung für diesen Anstieg könnte
sein, dass Finasterid zur Reduktion des
Prostatavolumens führt. Aufgrund der gesteigerten
Dichte der Gewebeproben könnten so vermehrt
high-grade Tumore detektiert worden sein. In der
vorliegenden Arbeit wurde diese Hypothese nach
Korrektur der PCPT-Daten auf die Gewebeproben-Dichte
untersucht.
METHODEN:
Anhand der Plazebo-Gruppe des PCPT (n = 4775) wurde
ein logistisches Analysemodell entwickelt. Hierbei
wurde die Assoziation von high-grade
Prostatakarzinomen (Gleason-Grad 7-10) mit den
Basis-Covariablen und/oder den Basis-Covariablen
plus Prostatavolumen sowie der Anzahl von
Biopsie-Stanzen berechnet. Das Modell wurde anschließend
auf die Finasterid-Gruppe (n= 5123) angewendet, um
die vorhergesagte und die beobachtete Anzahl von
high-grade Tumoren in dieser Gruppe zu vergleichen.
In einem zweiten Ansatz wurde die Odds Ratio (OD) für
Prostatakarzinome in der Finasterid- versus der
Plazebo-Gruppe berechnet. Hierzu wurden Modelle der
binären und polytomen logistischen Regression
eingesetzt, welche die Covariablen Drüsenvolumen
und Anzahl der Biopsie-Stanzen einbezogen oder
ausschlossen.
ERGEBNISSE:
Für die Finasterid-Gruppe ergab sich ein um 25%
niedrigeres mittleres Prostatavolumen (Median = 25,1
cm3) im Vergleich zur
Plazebo-Gruppe (Median = 33,5 cm3).
Nach dem für die Plazebo-Gruppe entwickelten
logistischen Modell sank die
Detektionswahrscheinlichkeit eines high-grade
Prostatakarzinoms mit einem gesteigerten Drüsenvolumen
(je 10 cm3 Anstieg des Prostatavolumens,
OR = 0,81, 95% Konfidenzintervall [KI] = 0,74 bis
0,90). Basierend auf diesem Modell wurden in der
Finasterid-Gruppe 239 high-grade Prostatakarzinome
vorausgesagt und 243 tatsächlich beobachtet. Der
Unterschied ist nicht statistisch signifikant. Für
die Gesamtheit der Teilnehmer wurde die OR eines
high-grade Tumors unter Anwendung des binären
Outcome-Modells im Vergleich von Finasterid- und
Plazebo-Gruppe berechnet. Bei Korrektur der
Basis-Covariablen ergab sich eine OR von 1,27 (95%
KI = 1,05 bis 1,54), die bei zusätzlicher Anpassung
auf das Drüsenvolumen und die Anzahl von
Biopsie-Stanzen auf 1,03 (95% KI = 0,84 bis 1,26)
verringert war. Unter Anwendung des polytomen
Modells ergab sich nach entsprechender
Korrektur eine Senkung von 1,14 (95% KI =
0,94 bis 1,38) auf 0,88 (95% KI = 0,72 bis 1,09).
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Postrandomisierungsdaten sind sicherlich mit
Vorsicht zu analysieren. Die Ergebnisse der Studie
legen aber nahe, dass der Überschuss von high-grade
Karzinomen in der Finasterid-Gruppe des PCPT allein
mit dem Bias aufgrund unterschiedlicher
Gewebeproben-Dichte zu erklären sein könnte.
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