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Intensivierte
Insulintherapie und Volumensubstitution mit
Pentastarch bei schwerer Sepsis.
HINTERGRUND:
Die Bedeutung einer intensivierten Insulintherapie
bei Patienten mit schwerer Sepsis ist bisher unklar.
Eine Flüssigkeitssubstitution verbessert zwar das
Überleben von Patienten mit septischem Schock,
allerdings fehlen Hinweise, die den bevorzugten
Einsatz von Kristalloiden oder Kolloiden stützen.
METHODEN:
In einer Multicenterstudie mit zweifaktoriellem
Design wurden Patienten mit schwerer Sepsis
randomisiert einer intensivierten oder einer
konventionellen Insulintherapie zur
Blutzuckereinstellung zugeteilt. Zusätzlich
erhielten die Patienten zur Flüssigkeitssubstitution
niedermolekulare Hydroxyethylstärke (HES 200/0,5;
10% Pentastarch) oder modifizierte Ringer-Laktat-Lösung.
Als primäre Endpunkte wurden die Mortalitätsrate
innerhalb von 28 Tagen und die Durchschnittsrate von
Organkomplikationen bestimmt.
ERGEBNISSE:
Die Studie wurde aus Sicherheitsgründen vorzeitig
abgebrochen. Bei 537 auswertbaren Patienten lag der
mittlere morgendliche Blutglucosespiegel in der
Gruppe mit intensivierter Insulintherapie niedriger
(112 mg/dl [6,2 mmol/l]) als in der Gruppe mit
konventioneller Therapie (151 mg/dl [8,4 mmol/l], p
< 0,001). Allerdings war die Mortalität
innerhalb von 28 Tagen und die durchschnittliche
Fallzahl von Organkomplikationen in beiden Gruppen
nicht signifikant unterschiedlich. Die Rate schwerer
Hypoglykämien (Glucosespiegel < oder = 40 mg/dl
[2,2 mmol/l]) lag in der Gruppe mit intensivierter
Insulintherapie höher als in der Gruppe mit
konventioneller Therapie (17,0% versus 4,1%, p<
0,001). Ebenso verhielt sich die Rate
schwerwiegender Nebenwirkungen (10,9% versus
5,2%, p = 0,01). Die HES-Therapie war mit einer höheren
Rate von akutem Nierenversagen und
Nierenersatztherapie assoziiert als die Gabe von
Ringer-Laktat-Lösung.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Bei Patienten mit instabilem Zustand bei Sepsis führte
eine intensivierte Insulintherapie zu einem erhöhten
Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen durch
Hypoglykämie. In der hier eingesetzten Weise erwies
sich HES als schädlich und war bei Akkumulation mit
gesteigerter Toxizität verbunden.
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