|
Ein
Vergleich verschiedener Ansätze zur
Risikobestimmung schwerer neonataler Hyperbilirubinämie
bei terminnahen und termingerechten Neugeborenen.
ZIEL:
Die Vorhersagegenauigkeit verschiedener Ansätze zur
Risikobestimmung von schwerer neonataler
Hyperbilirubinämie wurde verglichen.
PATIENTEN
UND METHODEN: In der Abteilung für Neonatologie der
Klinik der University of Pennsylvania wurde eine
prospektive Kohortenstudie mit 823 terminnahen und
termingerechten Neugeborenen durchgeführt. Die mütterlichen,
kindlichen und geburtsbezogenen Risikofaktoren für
eine schwere Hyperbilirubinämie wurden anhand von
Patientenakten, strukturierten Eltern-Befragungen
und Bewertung durch das Pflegepersonal erfasst. Eine
transkutane Bilirubinbestimmung wurde bis zur
Entlassung täglich und anschließend einmal
zwischen dem 3. und 8. Lebenstag im Rahmen eines
Hausbesuchs von einer Hebamme durchgeführt. Bei Ansätzen
zur Risikobestimmung von schwerer neonataler
Hyperbilirubinämie wurde die Vorhersagegenauigkeit
mittels c-Statistik verglichen. Schwere neonatale
Hyperbilirubinämie definierte sich durch einen
Bilirubinspiegel, der zu jedem Zeitpunkt nach Geburt
den lebensalterbezogenen Grenzwert zur Indikation
einer Phototherapie (American Academy of Pediatrics,
2004) überschritt oder bis zu 1 mg/dl (17 µmol/l)
darunter lag. Folgende Ansätze wurden verglichen:
(1) ein Bilirubinspiegel vor Entlassung (Lebensalter
< 52 Stunden) innerhalb des Risikobereichs im
lebensalterbezogenen Normogramm, (2) klinische
Risikofaktoren ausgenommen des Bilirubinspiegels vor
Entlassung, (3) eine Kombination aus
Bilirubinspiegel im Risikobereich und zusätzlichen
klinischen Risikofaktoren.
ERGEBNISSE:
48 Patienten (6%) entwickelten eine schwere
neonatale Hyperbilirubinämie. Die
Bilirubinbestimmung vor Entlassung (Lebensalter <
52 Stunden) innerhalb des Risikobereichs im
lebensalterbezogenen Normogramm und die Kombination
multipler anderer klinischer Risikofaktoren hatten
dieselbe Vorhersagegenauigkeit für eine schwere
neonatale Hyperbilirubinämie. Lediglich der
klinische Risikofaktor Gestationsalters zusätzlich
zum Bilirubinspiegel konnte die
Vorhersagegenauigkeit insgesamt verbessern. Bei
Stratifikation der Patienten nach Bilirubinspiegel
im Risikobereich und Gestationsalter ergab sich eine
große Gruppe von Neugeborenen (n = 523 [70%]) mit
einem sehr niedrigen Risiko (0,2%) für eine schwere
neonatale Hyperbilirubinämie, eine kleine Gruppe
von Neugeborenen (n = 127 [17%]) mit einem niedrigen
Risiko (4%) und eine noch kleinere Gruppe von
Neugeborenen (n = 100 [13%]) mit hohem Risiko (42%).
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Das Risiko eines Neugeborenen, eine schwere
neonatale Hyperbilirubinämie zu entwickeln, lässt
sich einfach und genau anhand des Bilirubinspiegels
vor Entlassung und des Gestationsalters
bestimmen.
|