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Morbus
Crohn: Frühe kombinierte Immunsuppression vs. konventionelle
sequentielle Behandlung, 2008
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Cortison, Glukokortikoide, Morbus Crohn, Infektion,
Mykobakterien, Colitis Ulcerosa, chronisch entzündliche
Darmkrankheiten, Kortison, Glukokortikoid, Frühe kombinierte
Immunsuppression vs. konventionelle sequentielle Therapie, frühe
Behandlung, Kombinationstherapie, Immunsuppression,
Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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Die
meisten Patienten mit aktiver Morbus Crohn werden
anfangs nur mit Kortikosteroiden behandelt. Im
Verlauf werden nach klinischer Symptomatik
sequentiell weitere immunsupressive Medikamente wie
TNF-Hemmer zur Therapie hinzugefügt.
Darunter
werden viele Patienten resistent gegenüber oder abhängig
von Kortikosteroiden. Außerdem ist eine lange
Kortison-Exposition mit einem erhöhten Mortalitäts-Risiko
verknüpft.
Bei
Rheumatoider Arthritis werden die Immunsuppressiva
relativ früh eingesetzt. Eine aktuelle Studie (1)
untersuchte die Wirksamkeit einer frühen
kombinierten Immunsuppression auch bei M. Crohn.
Ingesamt
gab es zwei Therapie-Strategien: In der Früh-Kombinationstherapie-Gruppe
erhielten die Patienten Initial Infliximab (Remicade®/
LINK) plus Azathioprin (Imurek®) und anschließend
eine Azathioprin-Monotherapie mit zusätzlich
Kortikosteroiden falls notwendig. In der
konventionellen Gruppe erhielten die Patienten
Kortikosteroide, und falls notwendig Azathioprin und
Infliximab nacheinander. Wenn die Patienten
Azathioprin nicht vertrugen, konnten in beiden
Gruppen Methotrexat eingesetzt werden.
Die
Studienergebnisse zeigten, dass frühe
immunsuppressive Kombinationstherapie effektiver als
die konventionelle sequentielle Therapie mit
Kortison-Schwerpunkt ist. Die Langzeit-Sicherheit
dieser Vorgehensweise ist jedoch noch unbekannt.
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Ausführlichere
Daten der aktuellen Studie (1):
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Frühe
kombinierte Immunsuppression oder konventionelle
Behandlung bei Patienten mit neu-diagnostiziertem
Morbus Crohn: Eine offene, randomisierte Studie.
Hintergrund:
Die meisten Patienten mit einem aktiven Morbus Crohn
werden anfangs mit Kortikosteroiden behandelt.
Obwohl diese Vorgehensweise üblicherweise die
Symptome behandelt, werden viele Patienten resistent
gegenüber oder abhängig von Kortikosteroiden. Außerdem
ist eine lange Exposition assoziiert mit einem erhöhten
Mortalitäts-Risiko. Das Ziel der Mediziner war es,
die Effizienz der frühen kombinierten
Immunsuppression mit konventioneller Behandlung bei
Patienten zu vergleichen, die davor keine
Glukokortikoide, Antimetabolite oder Infliximab
erhalten hatten.
Methoden:
Die Forscher führten über zwei Jahre, zwischen Mai
2001 und Januar 2004, eine Open-Label Studie in 18
Zentren in Belgien, Holland und Deutschland durch.
Sie teilten 133 Patienten zufällig entweder der frühen
kombinierten Immunsuppression oder der
konventionellen Behandlung zu. Die 67 Patienten die
der kombinierten Immunsuppression zugeteilt wurden
erhielten drei Infusionen Infliximab (5 mg/kg Körpergewicht)
mit Azathioprin in den Wochen 0, 2 und 6. Um die
Krankheits-Aktivität zu kontrollieren gaben wir zusätzlich
Infliximab und, falls notwendig, Kortikosteroide.
Die 66 Patienten die der konventionellen Behandlung
zugeteilt wurden erhielten Kortikosteroide,
nacheinander gefolgt von Azathioprin und Infliximab.
Primäre Meßpunkte für den Ausgang waren Remission
ohne Kortikosteroide und ohne Darm-Resektion in den
Wochen 26 und 52. Analysiert wurde durch
modifizierte intention-to-treat.
Ergebnisse:
Vier Patienten (Zwei in jeder Gruppe) erhielten
keine Behandlung nach Protokoll. In Woche 26 waren
39 (60.0%) der 65 Patienten in der Gruppe mit
kombinierter Immunsuppression in Remission ohne
Kortikosteroide und ohne chirurgische Resektion, im
Vergleich zu 23 (35.9%) der 64 Patienten in
der Kontroll-Gruppe. Die absolute Differenz betrug
24.1% (95% CI 7.3-40.8, p=0.0062). Die
entsprechenden Werte in Woche 52 waren 40 von 65
(61.5%) im Vergleich zu 27 von 64 (42.2%), mit einer
absoluten Differenz von 19.3% (95% CI 2.4-36.3,
p=0.0278). Bei 20 der 65 Patienten (30.8%) in der
Gruppe der frühen kombinierten Immunsuppresion
traten bedeutende ungünstige Ereignisse auf,
verglichen mit 19 von 64 Patienten aus der
Kontrollgruppe (p=1.0).
Interpretation:
Kombinierte Immunsuppresion war effizienter als
konventionelle Behandlung im Herbeiführen einer
Remission und bei der Reduzierung der
Kortikosteroid-Behandlung bei Patienten die kürzlich
mit Morbus Crohn diagnostiziert wurden. Der Beginn
mit intensiverer Behandlung früh im Verlauf der
Krankheit könnte in einem besseren Ausgang
resultieren.
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-
D’Haens
G et al. Early combined immunosuppression or
conventional management in patients with newly
diagnosed Crohn’s disease: An open randomised
trial. Lancet 2008 Feb 23; 371:660.
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