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Die
Ergebnisse der Simulation zeigten, dass antivirale
Therapie (ART) weiterhin bei Patienten mit
CD4-Zellzahl unter <200/mm3 gestartet werden
sollte. Neu ist das Erkenntnis, dass auch das Alter
bei der Entscheidung zum Therapiebeginn berücksichtigt
werden sollte. Die Ergebnisse legen nah, dass ein
verzögerter Beginn kombinierter antiretroviraler
Therapie vor allem bei älteren Patienten (Alter um
50 Jahre) mit CD4-Werten zwischen 201 bis 500/mm3 in
Erwägung gezogen werden sollte. Bei jüngeren
Patienten (Alter um 30 Jahre) ist ein früher
Therapiebeginn auch bei CD4-Werten bei 500/mm3 unabhängig
vom Viralload vorteilhaft. Bei 40-Jährigen ist der
ART-Beginng bei 500/mm3 erst dann nützlich, wenn
der Viralload
100,000
Kopien/mL liegt.
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Der
Einfluss von unterschiedlichen Schwellenwerten für
den Beginn einer HIV-Behandlung auf die
Lebenserwartung, mit Berücksichtigung der
Lebensqualität: Ein Entscheidungs-Modell.
HINTERGRUND:
Der optimale Grenzwert für den Beginn einer
HIV-Behandlung ist unsicher.
ZIEL:
Verschiedene Schwellenwerte für den Beginn einer
HIV-Behandlung zu vergleichen. DESIGN: Eine
validierte Computer-Simulation wurde benutzt, um
durch früheren Beginn antiretroviraler Therapie
verursachte, bedeutende Schäden (Toxizität, unerwünschte
Wirkungen sowie Resistenz-Akkumulation), gegen
bedeutende Vorteile (reduzierte HIV-verursachte
Mortalität) abzuwägen.
DATEN-QUELLEN:
Die Veterans Aging Cohort Study (5.742
HIV-infizierte Patienten sowie 11.484 passend ausgewählte
Kontrollpatienten) sowie veröffentlichte Berichte.
ZIEL-POPULATION: Patienten mit neu diagnostizierter
HIV-Infektion, mit verschiedenen
Virus-Konzentrationen (10.000, 30.0000, 100.000 und
300.000 Kopien/ml) und von unterschiedlichem Alter
(30, 40 und 50 Jahre). ZEITLICHER HORIZONT:
Unbegrenzt. PERSPEKTIVE: gesellschaftlich.
INTERVENTION: Unterschiedliche Schwellenwerte für
den Beginn antiretroviraler Therapie
(CD4-Zell-Konzentrationen von 200, 350 und 500 pro
mm³). ZIELKRITERIUM: Lebensjahre und an die
Lebensqualität adaptierte Lebensjahre (engl. QALYs).
ERGEBNIS
DER BASIS-FALL ANALYSE: Die Simulation ist
voreingenommen gegenüber einem frühen
Behandlungsbeginn, da sie für Toxizität durch die
Therapie einen hohen Wert gleich der oberen Grenze
annimmt. Trotzdem erhöhte frühere Behandlung die
Lebenserwartung und die an die Lebensqualität
adaptierte Lebenserwartung im Altern von 30 Jahren,
ungeachtet der Virus-Konzentration (Lebenserwartung
bei einem Schwellenwert der CD4-Zell-Konzentrationen
von jeweils 500, 350 und 200 pro mm³ war
entsprechend 18,2 Jahre, 17,6 Jahre bzw. 17,2 Jahre
bei einer Virus-Konzentration von 10.000 Kopien/ml.
Bei einer Viruskonzentration von 300.000 Kopien/ml
betrug sie 17,3 Jahre, 15,9 Jahre bzw. 14,5 Jahre.)
Außerdem war die Lebenserwartung bei einem Alter
von 40 Jahren erhöht wenn die Virus-Konzentration
mehr als 30.000 Kopien/ml betrug (Die
Lebenserwartung bei einer Viruskonzentration von
300.000 Kopien/ml betrug jeweils 12,5 Jahre, 12,0
Jahre bzw. 11,4 Jahre.) ERGEBNIS DER SENSITIVITÄTS-ANALYSE:
Die Ergebnisse, die einen frühen Behandlungsbeginn
favorisieren, sind allgemein verlässlich. EINSCHRÄNKUNGEN:
Die Ergebnisse die einen späteren Behandlungsbeginn
favorisieren sind möglicherweise nicht verlässlich.
Die Ergebnisse sind möglicherweise nicht auf Frauen
übertragbar.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Die Simulation deutet an dass ein früherer Beginn
kombinierter antiretroviraler Therapie im Vergleich
zu den aktuellen Empfehlungen oft von Vorteil ist.
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