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Diabetes:  Glitazon Pioglitazon (Actos®) vs. Sulfonylharnstoff Glimepirid  (Amaryl®) zur Verringerung vom Herzinfarkt-Risiko, 2008

Schlüsselwörter: Diabetes Mellitus, Insulin, Glitazon, Pioglitazon, Actos, Sulfonylharnstoff, Glimepirid, Amaryl, Glitazone, Verringerung, Herzinfarkt-Risiko, Vorsorge, KHK, Mortalität, Sterblichkeit, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Das Glitazon Pioglitazon (Actos®) war in einer aktuellen Studie (1) mit begrenzter Aussagekraft dem Sulfonylharnstoff Glimepirid  (Amaryl®) überlegen.

Kardiovaskuläre Krankheiten bilden in ca. 75% der Fälle Todesursache bei Diabetiker. Eine aktuelle Studie untersuchte die Frage, wie weit Blutzuckerkontrolle die Mortalitätsrate senkt. Des Weiteren wurden zum ersten Mal ein Sulfonylharnstoff (Glimepirid  (Amaryl®)) und ein Insulin-Sensitizer (das Glitazon Pioglitazon (Actos®)) direkt miteinander verglichen. 

Glitazone steigern die Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin und soll damit die Insulin-Resistenz (daher der Name Insulin-Sensitizer) vermindern.

 Insgesamt 543 Patienten mit Diabetes mit KHK und HbA1-Wert unter 10% wurden entweder für Glimepirid  (Amaryl®) oder Pioglitazon (Actos®) randomisiert. Während der 18-monatigen Therapiephase wurde intravaskuläre Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt, um Arteriosklerose-Fortschritt und Atherom-Volumen zu quantifieren.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Insulin-Sensitizer bezüglich der Verringerung des Arteriosklerose und somit des Herzinfarktrisikos dem Sulfonylharnstoff überlegen war.

Die Schwachpunkte der Studie waren die hohe Anzahl der Studienabbrecher und das Fehlen der klinischen Endpunkte. Daher ist es verfrüht, daraus Therapieempfehlungen auszusprechen, bevor weitere größere Studien diese Ergebnisse validieren, zumal es aufgrund der potentiellen vaskulären und hepatotoxischen Nebenwirkungen der Glitazone in der Fachwelt derzeit konträre Meinungen und Diskussionen zu dieser Substanzgruppe gibt (2, 3).

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Vergleich von Pioglitazon und Glimepirid im Fortschreiten der Koronar-Arteriosklerose bei Patienten mit Typ-2 Diabetes: Die randomisierte, kontrollierte PERISCOPE Studie.  

KONTEXT: Keine antidiabetische Therapie hat ihre Fähigkeit zur Reduktion des Fortschritts der Koronar-Arteriosklerose gezeigt. Häufig gebrauchte orale Glukose-reduzierende Stoffe umfassen Sulfonylharnstoffe, die die Freisetzung von Insulin stimulieren, sowie Thiazolidindione, welche die Insulin-Empfindlichkeit erhöhen (Insulin-Sensitizer).

ZIELE: Es soll die Wirkung von Insulin-Sensitizern (Pioglitazon) mit Insulin-Sekretions-Stimulantien (Glimepirid) auf den Fortschritt der Koronar-Arteriosklerose bei Patienten mit Typ-2 Diabetes verglichen werden. DESIGN, RAHMEN, TEILNEHMER: Doppelt-blinde, randomisierte, Multi-Zentrums-Studie in 97 akademischen und Gemeindekrankenhäusern in Nord- und Südamerika (Eintragungszeitraum August 2003 bis März 2006) mit 543 Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Typ-2 Diabetes. INTERVENTIONEN: Alle 543 Patienten wurden einer koronaren intravaskulären Ultraschall-Untersuchung unterzogen und erhielten randomisiert entweder Glimepirid, 1 bis 4 mg, oder Pioglitazon, 15 bis 45 mg, über 18 Monate mit einer Erhöhung, falls toleriert, bis zur Maximal-Dosis. Fortschritt der Arteriosklerose wurde gemessen durch wiederholte intravaskuläre Ultraschall-Untersuchung bei 360 Patienten bei Abschluss der Studie. HAUPT-ERGEBNIS-MESSUNG: Wechsel in Prozent des Volumens des Atheroms (engl. PAV) von Studienbeginn bis zum Studienende.

ERGEBNISSE: Der Durchschnitt der kleinsten Quadrate des prozentualen Atherom-Volumens erhöhte sich um 0,73% (95% Konfidenzintervall 0,33% bis 1,12%) unter Glimepirid und reduzierte sich um 0,16% (95% Konfidenzintervall -0,57% bis 0,25%) unter Pioglitazon (P = 0,002). Eine Analyse, die auch die Teilnehmer, welche die Studie nicht abgeschlossen hatten, berücksichtigte, ergab eine Erhöhung des prozentualen Atherom-Volumens um 0,64% (95% Konfidenzintervall 0,23% bis 1,05%) für Glimepirid und eine Reduktion um 0,06% (95 % Konfidenzintervall -0,47% bis 0,35%) für Pioglitazon (P zwischen den Gruppen = 0,02). Durchschnittliche Baseline HbA1c Werte waren 7,4% (Standardabweichung 1,0%) in beiden Gruppen und verringerten sich während der Behandlung um durchschnittlich 0,55% (95% Konfidenzintervall -0,68% bis 0,42%) unter Pioglitazon und um 0,36% (95% Konfidenzintervall -0,48% bis -0,24%) unter Glimepirid (P zwischen den Gruppen = 0,03). In der Pioglitazon-Gruppe, erhöhten sich HDL-Werte um 5,7 mg/dl (95% Konfidenzintervall 4,4 bis 7,0 mg/dl; 16,0%), unter Glimepirid erhöhten sie sich um 0,9 mg/dl (95% Konfidenzintervall -0,3 bis 2,1 mg/dl; 4,1%). Durchschnittliche Triglycerid-Werte verringerten sich unter Pioglitazon um 16,3 mg/dl (95% Konfidenzintervall -27,7 bis -11,0 mg/dl; 15,3%) und erhöhten sich unter Glimepirid um 3,3 mg/dl (95% Konfidenzintervall -10,7 bis 11,7 mg/dl; 0,6%) (P < 0,001 für beide Vergleiche). Die medianen nüchternen Insulin-Spiegel verringerten sich unter Pioglitazon und erhöhten sich unter Glimepirid (P < 0,001). Hypoglykämie kam häufiger in der Glimepirid-Gruppe vor; Ödeme, Frakturen und erniedrigte Hämoglobin-Werte waren dagegen häufiger in der Pioglitazon-Gruppe.

SCHLUSSFOLGERUNG: Bei Patienten mit Typ-2 Diabetes und koronarer Herzkrankheit, resultierte die Behandlung mit Pioglitazon in einer bedeutsam niedrigeren Fortschritts-Rate der Koronar-Arteriosklerose im Vergleich zu Glimepirid.

  1. Nissen SE et al. Comparison of pioglitazone vs glimepiride on progression of coronary atherosclerosis in patients with type 2 diabetes: The PERISCOPE randomized controlled trial. JAMA 2008 Apr 2; 299:1561

  2. Übersicht: Komplikationen durch Glitazone (Insulinsensitizer)

  3. Glitazone – eine antidiabetische Substanzklasse aus kardiologischer Sicht: Neue Aspekte für eine gefäßorientierte Behandlung bei Diabetes mellitus Typ 2

 

 

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Stand: 25. Mai 2013