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Übersichtsartikel:
Vergleich von Nutzen und Gefahr verschiedener
Behandlungen bei lokal begrenztem Prostatakarzinom.
HINTERGRUND:
Bisher gibt es kaum Vergleichsuntersuchungen zur
Wirksamkeit verschiedener Behandlungsmethoden bei
lokal begrenztem Prostatakarzinom. ZIEL: Nutzen und
Gefahr verschiedener Behandlungsmethoden bei lokal
begrenztem Prostatakarzinom sollten verglichen
werden.
DATENQUELLEN:
MEDLINE (bis September 2007), Cochrane Library (bis
Ausgabe 3/2007) und Cochrane Review Group in
Prostate Diseases and Urologic Malignancies registry
(bis November 2007). STUDIENAUSWAHL: Randomisierte
kontrollierte Studien (RCTs) ohne Sprachbeschränkung
sowie Beobachtungsstudien in Englisch, in denen
Behandlungsmethoden bei Prostatakarzinom beurteilt
und der klinische oder biochemische Outcome
dargestellt war, wurden ausgewählt. DATENERFASSUNG:
Die Informationen über Studiendesign,
Probencharakteristika, Eingriffe und Outcome wurden
von zwei Studienärzten zusammengestellt.
ERGEBNISSE:
18 RCTs und 473 Beobachtungsstudien entsprachen den
Einschlusskriterien der Studie. Eine der RCT schloss
hauptsächlich Männer ein, deren Erkrankung unabhängig
vom Prostataspezifischen Antigen (PSA) entdeckt
worden war. Die Gesamtmortalität war bei radikaler
Prostatektomie im Vergleich zu alleiniger,
engmaschiger Überwachung gesenkt (24% vs. 30%; p=
0,04). Die Prostatakarzinom-bezogene Mortalität war
nach 10 Jahren verringert (5% vs. 10%; p = 0.01) (p
= 0,04). Die Wirksamkeit beschränkte sich auf
Männer unter 65 Jahren, zeigte aber keine
Assoziation zum Gleason-Score oder zum
PSA-Ausgangsspiegel. In einer älteren, kleineren
Studie wurde kein signifikanter Unterschied im
Gesamtüberleben beim Vergleich von radikaler
Prostatektomie und alleiniger, engmaschiger Überwachung
festgestellt (Risikounterschied 0% [95% KI, -19% bis
18%]). Eine weitere kleine Studie ergab für die
radikale Prostatektomie im Vergleich zur
transkutanen Bestrahlung eine verringerte
Rezidivrate nach 5 Jahren (14% vs. 39%;
Risikounterschied 21%; p = 0,04). Die verschiedenen
transkutanen Bestrahlungsmethoden zeigten keinen
Unterschied in der Reduktion der Mortalität. In
keiner der Studien wurde der primäre Androgenentzug
analysiert. Ein Androgenentzug adjuvant zur
radikalen Prostatektomie brachte im Vergleich zur
radikalen Prostatektomie allein keine Verbesserung
der biochemischen Progression (Risikounterschied 0%
[KI, -7% bis 7%]). Brachytherapie, Kryotherapie,
roboterassistierte radikale Prostatektomie,
Photonenstrahltherapie und intensitätsmodulierte
Strahlentherapie wurden in randomisierten Studien
nicht untersucht. Beobachtungsstudien ergaben eine
breite, innerhalb und zwischen den Studien überlappende
Wirksamkeit der Behandlungsmethoden. Die Definition
von Nebenwirkungen und Schweregrad variierte stark.
Gemäß der Prostate Cancer Outcomes Study traten
Harninkontinenz (> oder = einmal täglich) bei
radikaler Prostatektomie häufiger auf (35%) als bei
Strahlentherapie (12%) oder Androgenentzug (11%).
Akute Gastrointestinalbeschwerden fanden sich häufiger
bei Strahlentherapie (3%) und Androgenentzug (3%)
als bei radikaler Prostatektomie (1%). Erektile
Funktionsstörung wurde bei allen Behandlungen häufig
festgestellt (58% bei radikaler Prostatektomie, 43%
bei Strahlentherapie und 86% bei
Androgenentzug). Ein höherer Risiko-Score,
berechnet unter Einbeziehung von histologischem
Grad, PSA-Spiegel und Tumorstadium, war unabhängig
von der Behandlungsmethode mit einem erhöhten
Risiko für Krankheitsprogression und Rezidiv
assoziiert. EINSCHRÄNKUNGEN: Die Wirksamkeit der
Primärbehandlungen untereinander wurde in lediglich
drei randomisierten Studien verglichen. Keine der
Studien schloss Patienten ein, deren
Prostatakarzinom über einen PSA-Test festgestellt
wurde.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Nutzen und Gefahr verschiedener Behandlungen bei
lokal begrenztem Prostatakarzinom sind aufgrund
eingeschränkter Ergebnislage schwierig zu
vergleichen.
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