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Escitalopram
(Cipralex®) und Problemlösungs-Therapie
zur Prävention von Depressionen nach einem
Schlaganfall: Eine randomisierte kontrollierte
Studie.
KONTEXT: Depressionen treten bei mehr als der
Hälfte der Patienten nach einem Schlaganfall auf.
Depressionen nach einem Schlaganfall sind sowohl mit
einem schlechteren Heilungsverlauf als auch mit
schlechterer Wiederkehr der Alltagsaktivitäten
sowie mit erhöhter Mortalität assoziiert. Die Prävention
von Depressionen ist somit ein potentiell wichtiges
Therapieziel.
ZIELSTELLUNG:
Ziel war es zu untersuchen, ob eine Behandlung mit
Escitalopram oder Problemlösungs-Therapie im
Vergleich zu Placebo über das erste Jahr nach einem
akuten Schlaganfall die Zahl der Fälle mit sich
entwickelnden Depressionen verringern kann.
STUDIENDESIGN UND _TEILNEHMER: Es wurde eine
multizentrische randomisierte kontrollierte Studie
zur Prävention von Depressionen bei 176 Patienten
ohne Depressionen im Zeitraum 3 Monate nach einem
akuten Schlaganfall (9. Juli 2003 bis zum 1. Oktober
2007) durchgeführt. Die 12-monatige Studie hatte 3
Studienarme: Einen doppelblinden
Placebo-kontrollierten Vergleich von Escitalopram (n
= 59) mit Placebo (n = 58) sowie eine
nichtverblindete Problemlösungs-Therapie-Gruppe (n
= 59). HAUPTENDPUNKT: Der Hauptendpunkt war die
Entwicklung einer größeren oder milderen
Depression nach Schlaganfall beurteilt nach
Symptomen anhand der “Structured Clinical
Interview for the Diagnostic and Statistical Manual
of Mental Disorders (Fourth Edition) (DSM-IV)”
sowie den diagnostischen Kriterien von DSM-IV für
Depressionen aufgrund eines Schlaganfalles mit größeren
depressiven Episoden oder milderer Depression (dies
war ein exploratives Kriterium).
ERGEBNISSE:
Patienten, die Placebo erhielten, entwickelten mit
signifikant höherer Wahrscheinlichkeit Depressionen
als diejenigen Individuen, die Escitalopram
erhielten (11 Fälle mit größerer und 2 Fälle mit
milderer Depression [22,4%] versus 3 Fälle mit größerer
und 2 Fälle mit milderer Depression [8,5%], adjustierte
“Hazard Ratio” [HR], 4,5; 95%
Konfidenzintervall [KI] 2,4-8,2; P < ,001). Die
Wahrscheinlichkeit für Depressionen war unter
Placebo höher als bei Individuen unter Problemlösungs-Therapie
(5 Fälle mit größerer und 2 Fälle mit milderer
Depression [11,9%], adjustierte “Hazard Ratio”,
2,2; 95% KI, 1,4-3,5; P < ,001). Diese Ergebnisse
wurden statistisch gemäss der jeweiligen
Krankengeschichte (Depressive Erkrankungen)
adjustiert: Die Signifikanz im statistischen Modell
blieb nach Berücksichtigung von möglichen
Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht,
Behandlungsort und Krankheitsschwere bestehen. Das
Ergebnis der “Intention-to-treat”-Analyse
zeigte, dass Escitalopram besser war als Placebo
(23,1% versus 34,5%; adjustierte HR, 2,2; 95% KI,
1,2-3,9; P =,007), während Problemlösungs-Therapie
nicht signifikant besser war als Placebo (30,5%
versus 34,5%; adjustierte HR, 1,1; 95% KI, 0,8-1,5;
P = ,51). Die konservative “Intention-to-treat”-Analyse
wurde unter der Annahme durchgeführt, dass die 27
Patienten, die die randomisierte Behandlungsphase
nicht begannen, Depressionen entwickelt hätten.
Unerwünschte Ereignisse einschliesslich von
Krankenhauseinweisungen (alle Ursachen), Übelkeit
sowie unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit
Escitalopram waren nicht-signifikant verschieden
zwischen den 3 Behandlungsgruppen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
In dieser Studie an nichtdepressiven Patienten mit
gerade durchgemachtem Schlaganfall bewirkt
Escitalopram oder Problemlösungs-Therapie-Gruppe
eine signifikant geringere Inzidenz von Depressionen
über 12 Monate Behandlung im Vergleich mit Placebo.
Jedoch führte eine Problemlösungs-Therapie nicht
zu signifikant besseren Ergebnissen als Placebo in
der konservativen “Intention-to-treat”-Analyse.
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