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Unterschiede
in der Nierenfunktion und neu auftretendem
Bluthochdruck: Die Multi-ethnische
Arteriosklerose-Studie.
HINTERGRUND:
Nierenkrankheiten und Bluthochdruck liegen oft
gemeinsam vor, aber die Richtung dieser Verbindung
wird immer noch diskutiert.
ZIEL:
Es sollte untersucht werden, ob frühe
Nieren-Funktionsstörungen - gemessen am Cystatin
C-Spiegel im Serum und der Albuminausscheidung im
Urin - einem Bluthochdruck vorausgehen, bei
Erwachsenen ohne klinisch erkannte Nierenkrankheit
oder kardiovaskuläre Krankheit.
DESIGN:
Beobachtende Kohorten-Studie unter Benutzung von
Daten der Jahre 2000 bis 2005.
UMFELD:
Die MESA (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis),
eine bevölkerungsbezogene Studie subklinischer
kardiovaskulärer Erkrankungen bei Patienten im
Alter von 45 bis 84 Jahren.
TEILNEHMER:
2767 Teilnehmer an MESA, ohne vorhandenen
Bluthochdruck, ohne kardiovaskuläre Erkrankung und
ohne eine klinisch festgestellte Nierenfunktionsstörung
(definiert als eine geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate unter 60 ml/min pro 1,73 m² oder
eine vorhandene Mikroalbuminurie).
MESSUNGEN:
Cystatin C wurde bestimmt durch Benutzung eines
Nephelometers. Albumin und Kreatinin im Urin wurden
im Morgenurin gemessen. Der Haupt-Endpunkt war ein
neu auftretender Bluthochdruck, definiert als ein
systolischer Blutdruck von mindestens 140 mmHg,
einem diastolischen Blutdruck von mindestens 90 mmHg,
oder der Benutzung eines antihypertensiven
Medikaments.
ERGEBNISSE:
Bei einer Follow-up-Untersuchung (im Median nach 3,1
Jahren), hatten 19,7% (545) der Teilnehmer
Bluthochdruck entwickelt. Nach einer Adjustierung für
etablierte Risiko-Faktoren für Bluthochdruck, wurde
jeder 15 nmol/L-Anstieg des Cystatin C-Spiegels in
Verbindung gebracht mit einer, statistisch
bedeutsamen, 15% höheren Inzidenz für
Bluthochdruck (P = 0,017). Das höchste
geschlechts-spezifische Quartil des
Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin war verbunden
mit einer, statistisch unbedeutsamen, 16% höheren
Inzidenz für Bluthochdruck (P = 0,192) im Vergleich
zum niedrigsten Quartil. Es gab keine statistischen
Befunde die auf eine multiplikative Interaktion
hinwiesen.
EINSCHRÄNKUNGEN:
Durch nicht gemessene Werte wurde die beobachtete
Verbindung von Nieren-Parametern und Bluthochdruck
eventuell verwechselt. Die Follow-up Untersuchung
fand relativ früh statt. Patienten mit
Bluthochdruck, welcher nur zwischen den
Untersuchungen im Rahmen der Studie vorhanden war,
oder der durch die Standard-Manschettenmessung nicht
gefunden wurde, wurden eventuell übersehen.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Unterschiede in der Nierenfunktion, angezeigt durch
Cystatin C-Spiegel, sind verbunden mit neu
auftretendem Bluthochdruck bei Patienten ohne
klinische Nieren- oder kardiovaskuläre Erkrankung.
Diese bevölkerungsbezogenen Ergebnisse ergänzen
weitere experimentelle Arbeiten, welche frühe
Nierenschäden in die Pathogenese der essentiellen
Hypertonie mit einschließen.
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