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Reduziert präoperative Antibiotika-Prophylaxe für große chirurgische Eingriffe Wundinfektionen im Operationsgebiet? 2008

Schlüsselwörter: Wundinfektion, operation, Antibiose, Wunde, Infektion, präoperative Antibiotika, Qualität, Krankenhaus, Chirurgie, Benchmarking, Wundheilungsstörung, QS-Filter, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

Es wurde bisher angenommen, dass wenn Antibiotika kurz vor der Operation (1 bis 2 Stunden vorher) verabreicht werden, kommt  es zu einer Reduktion der postoperativen Wundinfektionen im Operationsgebiet. Diese Vorgehensweise wird in den USA sogar als Qualitätsmerkmal für chirurgische Abteilungen in Klinik-Benchmarkings bewertet (ähnlich wie das Qualitätsmerkmal „Zeitfenster der Antibiotikagabe“ bei Pneumonie-Patienten in deutschen Krankenhäusern).

Eine aktuelle retrospektive Studie (1) überprüfte die Wirksamkeit der präoperativen Antibiose bei 9195 Patienten, bei denen  elektive Eingriffe durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass die präoperative Verabreichung einer prophylaktischen Antibiose nicht zu einer signifikanten Reduzierung der Wundinfektionen bei großen Operationen führte. Also anhand dieser Vorgabe (Antibiotikagabe in einem engen Fenster kurz vor Operation) kann man die guten Krankenhäuser von schlechten anscheinend doch nicht unterscheiden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Verbindung zwischen der rechtzeitigen Verabreichung einer prophylaktischen Antibiose für große chirurgische Eingriffe und einer Infektion im Operationsgebiet  

HINTERGRUND: Die Verabreichung einer prophylaktischen Antibiose (PA), ein bis zwei Stunden vor einem chirurgischen Eingriff, ist eine Maßnahme (bezeichnet als SIP-1), die für die Berücksichtigung in der leistungsbezogenen Bezahlung vorgeschlagen ist. Die Autoren führten eine Analyse von Patienten, die sich einem großen chirurgischen Eingriff in Krankenhäusern des Departments of Veteran Affairs unterzogen, durch, um festzustellen, ob die SIP-1 mit Infektionen des Operationsgebiets (engl. surgical site infection - SSI) verbunden ist.

STUDIEN-GESTALTUNG: Patientendaten, die aus dem Surgical Care Improvement Project stammen und mit Daten aus den National Surgical Quality Improvement Program gematcht wurden, wurden in die Studie einbezogen. Vergleiche wurden auf Patienten und auf Krankenhaus-Ebene durchgeführt. Es wurde für Anhäufungseffekte innerhalb der Krankenhäuser, für einen validierten Risiko Score für SSIs, sowie für den Operations-Typ (Kolon-, Gefäß- und orthopädische Chirurgie) adjustiert.

ERGEBNISSE: In die Studie wurden 9.195 elektive Eingriffe mit einbezogen (5.981 orthopädisch, 1.966 am Kolon sowie 1.248 an den Gefäßen), die an 95 Krankenhäusern durchgeführt wurden. Rechtzeitige Verabreichung der PA gelang bei 86,4% der Patienten. Nicht rechtzeitig verabreichte PA war mit einer SSI-Rate von 5,8% verbunden, verglichen mit 4,6% in der Gruppe der rechtzeitig verabreichten PA (Relatives Risiko = 1,29, 95% Konfidenzintervall 0,99 – 1,67) in einer unadjustierten bivariablen Analyse. Eine Risiko-Adjustierung ergab, dass der SSI Risiko Score prädiktiv für eine SSI war (p < 0,001); SIP-1 war nicht verbunden mit einer SSI. Eine Analyse auf Krankenhausebene ergab, dass das Maß an Vielfalt der durchgeführten Eingriffe an einem Krankenhaus verbunden ist mit der SSI-Rate des Krankenhauses (p<0,0001), im Gegensatz zu SIP-1 oder der Zahl der durchgeführten Eingriffe an einem Krankenhaus. Die Studie hatte eine 80% Power, einen 1,75% Unterschied zwischen den SSI-Raten bei Patienten zu erkennen.

SCHLUSSFOLGERUNG: Rechtzeitige Verabreichung einer PA führte nicht zu einer ausgesprochenen Reduzierung der SSI-Raten bei Patienten oder Krankenhäusern. Diese Daten sind wichtig für die fortlaufende Diskussion darüber, wie die Qualität chirurgischer Versorgung bemessen und bezahlt werden soll.

  1. Hawn MT et al. Association of timely administration of prophylactic antibiotics for major surgical procedures and surgical site infection. J Am Coll Surg 2008 May; 206:814.

 

 

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Stand: 25. Mai 2013