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Es
wurde bisher angenommen, dass wenn Antibiotika kurz
vor der Operation (1 bis 2 Stunden vorher)
verabreicht werden, kommt es zu einer
Reduktion der postoperativen Wundinfektionen im
Operationsgebiet. Diese Vorgehensweise wird in den
USA sogar als Qualitätsmerkmal für chirurgische
Abteilungen in Klinik-Benchmarkings bewertet (ähnlich
wie das Qualitätsmerkmal „Zeitfenster der
Antibiotikagabe“ bei Pneumonie-Patienten in
deutschen Krankenhäusern).
Eine
aktuelle retrospektive Studie (1) überprüfte die
Wirksamkeit der präoperativen Antibiose bei 9195
Patienten, bei denen elektive Eingriffe
durchgeführt wurden.
Die
Ergebnisse zeigten, dass die präoperative
Verabreichung einer prophylaktischen Antibiose nicht
zu einer signifikanten Reduzierung der
Wundinfektionen bei großen Operationen führte.
Also anhand dieser Vorgabe (Antibiotikagabe in einem
engen Fenster kurz vor Operation) kann man die guten
Krankenhäuser von schlechten anscheinend doch nicht
unterscheiden.
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Verbindung
zwischen der rechtzeitigen Verabreichung einer
prophylaktischen Antibiose für große chirurgische
Eingriffe und einer Infektion im Operationsgebiet
HINTERGRUND:
Die Verabreichung einer prophylaktischen Antibiose
(PA), ein bis zwei Stunden vor einem chirurgischen
Eingriff, ist eine Maßnahme (bezeichnet als SIP-1),
die für die Berücksichtigung in der
leistungsbezogenen Bezahlung vorgeschlagen ist. Die
Autoren führten eine Analyse von Patienten, die
sich einem großen chirurgischen Eingriff in
Krankenhäusern des Departments of Veteran Affairs
unterzogen, durch, um festzustellen, ob die SIP-1
mit Infektionen des Operationsgebiets (engl.
surgical site infection - SSI) verbunden ist.
STUDIEN-GESTALTUNG:
Patientendaten, die aus dem Surgical Care
Improvement Project stammen und mit Daten aus den
National Surgical Quality Improvement Program
gematcht wurden, wurden in die Studie einbezogen.
Vergleiche wurden auf Patienten und auf
Krankenhaus-Ebene durchgeführt. Es wurde für Anhäufungseffekte
innerhalb der Krankenhäuser, für einen validierten
Risiko Score für SSIs, sowie für den
Operations-Typ (Kolon-, Gefäß- und orthopädische
Chirurgie) adjustiert.
ERGEBNISSE:
In die Studie wurden 9.195 elektive Eingriffe mit
einbezogen (5.981 orthopädisch, 1.966 am Kolon
sowie 1.248 an den Gefäßen), die an 95 Krankenhäusern
durchgeführt wurden. Rechtzeitige Verabreichung der
PA gelang bei 86,4% der Patienten. Nicht rechtzeitig
verabreichte PA war mit einer SSI-Rate von 5,8%
verbunden, verglichen mit 4,6% in der Gruppe der
rechtzeitig verabreichten PA (Relatives Risiko =
1,29, 95% Konfidenzintervall 0,99 – 1,67) in einer
unadjustierten bivariablen Analyse. Eine
Risiko-Adjustierung ergab, dass der SSI Risiko Score
prädiktiv für eine SSI war (p < 0,001); SIP-1
war nicht verbunden mit einer SSI. Eine Analyse auf
Krankenhausebene ergab, dass das Maß an Vielfalt
der durchgeführten Eingriffe an einem Krankenhaus
verbunden ist mit der SSI-Rate des Krankenhauses
(p<0,0001), im Gegensatz zu SIP-1 oder der Zahl
der durchgeführten Eingriffe an einem Krankenhaus.
Die Studie hatte eine 80% Power, einen 1,75%
Unterschied zwischen den SSI-Raten bei Patienten zu
erkennen.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Rechtzeitige Verabreichung einer PA führte nicht zu
einer ausgesprochenen Reduzierung der SSI-Raten bei
Patienten oder Krankenhäusern. Diese Daten sind
wichtig für die fortlaufende Diskussion darüber,
wie die Qualität chirurgischer Versorgung bemessen
und bezahlt werden soll.
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