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Harnwegsinfektionen
bei vesikoureteralem Reflux und Antibiotika-Propyhlaxe bei Kindern,
2008
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| Schlüsselwörter:
Infektion, Kind, Sonographie, Akute Pyelonephritis,
Harnwegsinfektion, Vesikoureteraler Reflux, Niereninsuffienz,
Antibiotika-Propyhlaxe, Kinder, 2008, Antibiose, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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Vesikoureteraler
Reflux (VUR) kommt bei Kindern mit
Harnwegsinfektionen relativ häufig vor. Es wurde
bisher angenommen, frühe Diagnose von VUR und
Antibiotika-Prophylaxe könnten bei diesen Kindern
das renale Narbenbildung und somit eine
Verschlechterung der Nierenfunktion vorbeugen.
Eine
aktuelle multizentrische Studie (1) überprüfte
diese These. In der Studie wurden 218 Kindern (Alter
von 3 Monate bis 18 Jahre) mit akuter Pyelonephritis
entweder für prophylaktische Antibiotika ((trimethoprim-sulfamethoxazol
oder nitrofurantoin für 1 Jahr) oder für keine
Prophylaxe randomisiert. 113 Kinder hatten VUR Grad
I-III, und 105 keinen VUR.
Nach
einer einjährigen Beobachtungszeit zeigten die
Ergebnisse, dass leicht bis mittlerer VUR das Risiko
eines HWI, einer Pyelonephritis, oder der
Entwicklung von Narben im Nierenparenchym nach
akuter Pyelonephritis, nicht erhöht.
Auch
eine Antibiotika-Propyhlaxe bei Kindern mit leicht
bis mittlerem vesikoureteralem Reflux reduzierte das
Auftreten rezidivierender Harnwegsinfektionen oder
renalen Vernarbungen nicht.
Somit
wird die Rolle der antibiotischen Prophylaxe der
Harnwege in der Verhinderung von Infektionsrezidiven
und von der Entwicklung von Narben in der Niere
durch diese Studie nicht unterstützt.
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Ausführlichere
Daten der aktuellen Studie (1):
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Die
klinische Bedeutsamkeit des primären
vesikoureteralen Refluxes und antibiotische
Prophylaxe der Harnwege nach akuter Pyelonephritis:
Eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte
Studie.
ZIEL:
Es sollte untersucht werden, welche Verbindung
zwischen dem primären vesikoureteralen Reflux (VUR),
und der Frequenz und dem Schweregrad von
Harnwegs-Infektionen (HWI) und Schäden am
Nierenparenchym bei Patienten mit akuter
Pyelonephritis besteht. Außerdem sollte
festgestellt werden, ob antibiotische Prophylaxe der
Harnwege die Frequenz und/oder den Schweregrad der
HWIs senkt und/oder Schaden am Nierenparenchym bei
Patienten mit milder/moderater VUR verhindert.
METHODEN:
Patienten im Alter von 3 Monaten bis 18 Jahren mit
akuter Pyelonephritis, mit oder ohne VUR, wurden
randomisiert zugeteilt, entweder antibiotische
Prophylaxe für die Harnwege, oder keine Prophylaxe
zu erhalten. Die Patienten wurden für ein Jahr alle
drei Monate kontrolliert. Nieren-Scans mit DMSA
wurden nach sechs Monaten, oder nach einem Rezidiv
eines fiebrigen HWI wiederholt. Urin-Status und
Urinkulturen wurden bei jedem Besuch im Krankenhaus
untersucht. Ultraschalluntersuchungen der Niere und
Miktions-Zystourethrographien wurden am Ende der
einjährigen Follow-Up Kontrollphase wiederholt.
ERGEBNISSE:
Von den 236 Patienten, die in die Studie einbezogen
wurden, vervollständigten 218 die einjährige
Follow-Up Kontrollphase. Die Gruppen waren einander
ähnlich bezogen auf das Alter, das Geschlecht und
das Ausmaß des vesikoureteralen Refluxes bei den
Patienten mit VUR. Es wurden keine statistisch
bedeutsamen Unterschiede gefunden zwischen den
Gruppen, bezogen auf die Rezidivrate der HWI, die
Art des Rezidivs, die Rate einer subsequenten
Pyelonephritis, oder die Entwicklung parenchymatöser
Narben in der Niere.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Nach einer einjährigen Follow-Up Kontrollphase, erhöht
milde/moderate VUR das Risiko eines HWI, einer
Pyelonephritis, oder der Entwicklung von Narben im
Nierenparenchym nach akuter Pyelonephritis, nicht.
Weiterhin wird die Rolle der antibiotischen
Prophylaxe der Harnwege in der Verhinderung von
Infektionsrezidiven und von der Entwicklung von
Narben in der Niere durch diese Studie nicht unterstützt.
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-
Garin
EH et al. Clinical significance of primary
vesicoureteral reflux and urinary antibiotic
prophylaxis after acute pyelonephritis: A
multicenter, randomized, controlled study.
Pediatrics 2006 Mar; 117:626-32.
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