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Das
Multiple Sklerose-Risiko nach einer Optikusneuritis
Das
Ziel einer Studie der Optic Neuritis Study Group,
die in den „Archives of Neurology“ erschien, war
es, das Risiko der Entwicklung einer Multiplen
Sklerose nach dem Auftreten einer Optikusneuritis
abzuschätzen sowie die Faktoren für ein hohes bzw.
niedriges Risiko zu bestimmen.
Hierzu
wurden 389 Probanden mit einer akuten
Optikusneuritis, die zwischen dem 01. Juli 1988 und
dem 30. Juni 1991 in die Optic Neuritis
Treatment-Studie eingeschrieben worden waren, 15
Jahre lang nachbeobachtet und im Jahr 2006 abschließend
untersucht. Es wurden neurologische und
ophtalmologische Untersuchungen an 13 verschiedenen
Kliniken durchgeführt. Die Hauptzielparameter waren
die Entwicklung einer MS und die Einteilung der
neurologischen Behinderung.
Die
kumulative Wahrscheinlichkeit 15 Jahre nach dem
Auftreten einer Optikusneuritis eine MS zu
entwickeln, betrug 50% und hing eng mit dem
Vorhandensein von typischen Läsionen (Entmarkungsherde)
in der Magnetresonanztomographie
(Kernspintomographie) des Gehirns vor Therapiebeginn
zusammen. 25 % der Patienten mit unauffälliger MRT
entwickelten während der Nachbeobachtungszeit eine
MS verglichen mit 72% der Patienten, die eine oder
mehrere Läsionen aufwiesen. Nach 10 Jahren war das
Risiko eine MS zu entwickeln für Patienten ohne Läsionen
sehr gering, für diejenigen mit Läsionen blieb es
jedoch beträchtlich. Bei den Patienten ohne Läsionen
waren die Faktoren männliches Geschlecht,
Papillenschwellung und bestimmte atypische Merkmale
der Optikusneuritis assoziiert mit einem bedeutend
niedrigeren Risiko eine MS zu entwickeln.
Das
Vorhandensein von typischen Läsionen im Marklager
des Gehirns bei der MRT zum Zeitpunkt einer akuten
Optikusneuritis ist ein starker Prädiktor für das
MS-Risiko innerhalb von 15 Jahren. Bei unauffälliger
MRT sind männliches Geschlecht, Papillenschwellung
und atypische klinische Merkmale der Optikusneuritis
assoziiert mit einer geringen Wahrscheinlichkeit
eine MS zu entwickeln. Diese Informationen aus der
Vorgeschichte sind für die Indikation zu einer
prophylaktischen MS-Therapie zum Zeitpunkt des
erstmaligen Auftretens einer akuten Optikusneuritis
von Bedeutung.
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