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Lebensbedrohende Ereignisse bei Kleinkinder (ALTE): Tod, Kindesmisshandlung und Krampfanfälle, 2008

ALTE - Studie 2

Der Begriff ALTE (apparent life-threatening event) wird im angelsächsischem Sprachraum für lebensbedrohliche Ereignisse bei Kleinkindern und Säuglingen verwendet. Ein ALTE-Ereignis kann z.B. eine Kombination von Atemstillstand (Apnoe) mit einer violett bis bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose), oder Erstickungsgefahr, oder auch ein Krampfanfall sein. Es ist für die Ärzte oft eine Herausforderung, heraus zu finden, was und welche Krankheiten ALTEs zugrunde liegt. 

Zwei aktuelle Studien (1, 2) sind in der Fachzeitschrift Pediatrics zum Thema ALTE bei Säuglingen erschienen. Die Ergebnisse zeigen, dass toxikologische Screenings und eine engmaschige Beobachtung zur Diagnose der zugrundeliegenden Ursachen wichtig sind.

In der ersten Studie (1) wurden rezeptfreie Erkältungsmittel (OTC: over-the-counter) bei vielen intoxierten Säuglingen nachgewiesen. In den USA empfiehlt die Fachgesellschaft American Academy of Pediatrics keine Gabe von rezeptfreien Erkältungsmittel (OTC) an Kinder, die jünger als zwei Jahre sind.  

Die zweite Studie (2) ergab, dass Kleinkinder mit lebensbedrohlichen Ereignissen engmaschig beobachtet werden müssen, da bei fast 15% der Kinder schwerwiegende medizinische Krankheiten oder Kindesmisshandlung diagnostiziert würde. 

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (2): 

Tod, Kindesmisshandlung, sowie ungünstige neurologische Verläufe bei Säuglingen nach einem scheinbar lebensbedrohenden Vorfall  

ZIEL: Scheinbar lebensbedrohende Situationen bei Säuglingen stellen eine bedeutsame Herausforderung in der medizinischen Versorgung dar. Die Untersuchung und die Behandlung nach einem scheinbar lebensbedrohenden Vorfall sind schlecht definiert, auch die möglichen Verläufe wurden nicht klar festgelegt. Das Ziel der Autoren war es, die kurzfristigen und langfristigen Risiken für Tod, Kindesmisshandlung, sowie ungünstige neurologische Verläufe bei Säuglingen nach einem scheinbar lebensbedrohenden Vorfall festzustellen, sowie klinische Zeichen zu erkennen, welche für diese Verläufe einen prädikativen Wert haben.

METHODEN: Die Autoren sammelten Daten von Säuglingen im Alter von 0 bis 12 Monaten, die nach einem scheinbar lebensbedrohenden Ereignis ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Es wurde evaluiert, ob bei den Patienten, innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraums, Tod, Kindesmisshandlung oder ungünstige neurologische Verläufe (chronische Epilepsie oder Entwicklungs-Verzögerungen) festgestellt wurden.

ERGEBNISSE: Insgesamt erfüllten 471 Patienten die Kriterien, um in die Studie einbezogen zu werden, sie wurden im Durchschnitt 5,1 Jahre nach dem Krankenhausaufenthalt evaluiert. Zwei Patienten starben, nachdem sie eine chronische Epilepsie und eine schwere Entwicklungsstörung entwickelt hatten. 55 (11%) Patienten wurden als Opfer von Kindesmisshandlung diagnostiziert, von diesen Fällen wurden allerdings nur zwei bereits bei der initialen Vorstellung erkannt. Bei 23 (4,9%) Patienten wurden ungünstige neurologische Verläufe festgestellt, davon hatten 17 (3,6%) eine chronische Epilepsie entwickelt, 14 (3,0%) litten unter Entwicklungs-Verzögerungen. Von den Patienten, welche eine chronische Epilepsie entwickelt hatten, wurden 71% innerhalb eines Monats nach einem weiteren lebensbedrohenden Vorfall ins Krankenhaus aufgenommen. Neurologische Untersuchungen zum Zeitpunkt des initialen, lebensbedrohenden Ereignisses waren wenig ergiebig in der Vorhersage, welche Kinder eine chronische Epilepsie entwickeln würden.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Säuglinge, die einen scheinbar lebensbedrohenden Vorfall erfahren haben, haben ein Risiko für nachfolgende Kindesmisshandlung sowie ungünstige neurologische Verläufe. Todesfälle waren ungewöhnlich und kamen nur bei schweren Entwicklungsstörungen und Krampf-Störungen vor. Die neurologische Untersuchung während des Krankenhausaufenthalts nach einem ersten scheinbar lebensbedrohenden Ereignis ist wenig ergiebig, allerdings ist eine frühe Nachuntersuchung essentiell.

  1. Bonkowsky JL et al. Death, child abuse, and adverse neurological outcome of infants after an apparent life-threatening event. Pediatrics 2008 Jul;122:125.

Schlüsselwörter: Tod, ALTE, Intoxikation, Gift, Krampfanfall, Epilepsie, Medikamente, Vergiftung, Säugling, neurologische Verlauf, Arzneimittel, Medikament, OTC, rezeptfreie Erkältungsmittel, Vergiftungen, Kinder, Säuglinge, Lebensbedrohliches Ereignis, Erstickung, Herzstillstand, Atemstillstand, Fieber, Ersticken, Atmung, Herz-Kreislauf, Schock, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

 

 

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Stand: 25. Mai 2013