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Perforation
bei Koloskopie: Operatives Management und Prognose, 2008
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Das
Ermitteln der Nutzen-Schaden-Relation für
Koloskopie ist gerade für Patienten wichtig, die
sich dieser Untersuchung im Rahmen der
Dickdarm-Vorsorge unterziehen. In einer aktuellen
großen retrospektiven Studie (1) betrug die
Perforationsrate bei Koloskopie 0,07% -ähnlich wie
in vergleichbaren Studien- und fast alle Patienten
mit Perforation wurden operativ behandelt.
Darmwandverletzungen (55%), Polypektomie (27%)und
thermale Verletzungen durch Koagulation (18%) waren
die häufigsten Ursachen.
Das
Inzidenz der koloskopischen Perforation in dieser
Studie war niedrig aber nicht gerade unbedeutend.
Die Autoren befürworten in den meisten Fällen ein
operatives Vorgehen; selektierte Patienten ohne
Zeichen einer Peritonitis könnten aber auch
konservativ behandelt werden.
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Ausführlichere
Daten der aktuellen Studie (1):
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Iatrogene
Perforation bei Koloskopie: Chirurgisches Management
und Outcome von 165 Fällen einer Klinik.
HINTERGRUND:
Nachdem vermehrt Koloskopien durchgeführt werden,
treten häufiger iatrogene Perforationen auf. Unsere
Erfahrungen zum chirurgischen Management der
Kolonperforation sollen hier dargestellt werden.
DESIGN: Retrospektiver Review (1980-2006). ORT:
Krankenhaus der Maximalversorgung. PATIENTEN: Bei
insgesamt 258248 Koloskopien wurden 180 Fälle einer
iatrogenen Perforation festgestellt (Inzidenz
0,07%). Hiervon wurden 165 Fälle operativ
behandelt.
ERGEBNISSE:
In 29% der Fälle erfolgte eine primäre Naht, in
33% eine Resektion mit primärer Anastomose und in
38% die Anlage eines Anus praeter. Patienten, die
innerhalb von 24 Stunden vorstellig wurden (78%),
hatten meist eine nur geringgradige peritoneale
Kontamination (64 Patienten [50%] versus 6 Patienten
[17%]; p = 0,01). Darüber hinaus war es häufiger möglich,
eine primäre Naht oder Resektion mit Anastomose
durchzuführen (86 Patienten [67%] versus
13 Patienten [36%]; p < 0,01). Patienten, die
nach 24 Stunden vorstellig wurden (22%), hatten häufiger
eine fäkulente Kontamination (16 Patienten [44%]
versus 4 Patienten [11%]; p = 0,02) oder benötigten
einen künstlichen Darmausgang (23 Patienten [64%]
versus 43 Patienten [33%]; p = 0,02). Die meisten
Perforationen traten im Sigma auf, gefolgt vom
Caecum (53% und 24%; p < 0,001). Verletzungen
durch direktes Durchstoßen oder Hineindrehen traten
häufiger auf als nach Polypektomien und durch
thermische Schädigung (55%, 27%, 18%; p <
0,001). Patienten mit Perforation via Durchstoßen
erhielten häufiger ein Stoma als Patienten mit
Polypektomie oder thermischer Schädigung (44
Patienten, 9 Patienten, 9 Patienten; p = 0,02).
Ebenso erhielten Patienten mit fäkulenter
Peritonitis häufiger ein Stoma als Patienten mit mäßiger
oder geringgradiger Kontamination (28 Patienten
[78%] versus 28 [42%] und 6 Patienten [10%]; p =
0,002). Die operationsbedingte Morbidität lag
bei 36%, die Mortalitätsrate bei 7%. Im Rahmen
einer Multivariat-Analyse wurden Durchstoßungsverletzungen,
schlechte Darmvorbereitung,
Kortikosteroid-Medikation und ein Alter unter 67
Jahren als Risikofaktoren für postoperative
Morbidität ermittelt (p < oder = 0,01). Keiner
der Faktoren korrelierte mit dem Versterben
der Patienten.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Bei weniger als 1 von 1000 Patienten kommt es im
Rahmen der Koloskopie zu einer iatrogenen
Kolonperforation. Diese ist mit signifikanter
Morbidität und Mortalität assoziiert. In den
meisten Fällen ist eine zügige Diagnose und
operative Behandlung für den Verlauf entscheidend.
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Iqbal
CW et al. Surgical management and outcomes of
165 colonoscopic perforations from a single
institution. Arch Surg 2008 Jul; 143:701.
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| Schlüsselwörter:
Verletzung, Darmwand, Peritonitis, Polyp-Abtragung, Koloskopie,
Komplikation, Nebenwirkung, Sigmoidoskopie, Proktoskopie, Operation,
Chirurgie, Bauchoperation, Perforation, Polyp, Dickdarm, Überleben,
Mortalität, Sterblichkeit, Iatrogene Perforation, Polypen,
Dickdarmspiegelung, Koloskopie, Dickdarmkrebs-Screening, hohe
Komplikationen, Biopsie Polypektomie, Koagulapathie, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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