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Fieberkrämpfe
und Sterblichkeits-Risiko bei Kinder, 2008
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| Schlüsselwörter: Krämpfe,
Neurologie, Kind, Fieber, krampf, Epilepsie, Krampfanfall,
Mortalität, Fieberkrampf, Sterblichkeit Kinder, Fieberkrämpfe,Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. |
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Fieberkrämpfe
treten bei ca. 5% der Kinder vor dem
5.Lebensjahr auf. Die Eltern machen sich oft
hinsichtlich des möglichen Todesrisikos große
Sorgen. Eine aktuelle dänische Studie in
Lancet (1) fand heraus, dass die einfachen
Fieberkrämpfe bei Abwesenheit von anderen
neurologischen Störungen nicht mit einem höheren
Sterblichkeits-Risiko assoziiert ist. Die
Ergebnisse unterstützen die Hypothese nicht,
dass Fieberkrämpfe bei der Pathogenese des plötzlichen
Kindstodes (SIDS: Sudden Infant Death
Syndrome) eine Schlüsselrolle
spielen. |
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Ausführlichere
Daten der aktuellen Studie (1):
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Todesfolge
bei Kindern mit Fieberkrämpfen: Eine
populationsbasierte Kohortenstudie
HINTERGRUND: Bisher gibt es keine Studie mit
einer genügend hohen Fallzahl, um die
Mortalität bei Kindern mit Fieberkrämpfen
zu beurteilen. In der vorliegenden Studie
wurde die Mortalität nach Fieberkrämpfen in
einer großen populationsbasierten
Kohortenstudie in Dänemark mit einer
Nachbeobachtungszeit von bis zu 28 Jahren
untersucht.
METHODEN:
Es wurden 1 675 643 Kinder eingeschlossen, die
in Dänemark zwischen dem 1. Januar 1977 und
dem 31. Dezember 2004 geboren wurden. Es
wurden Informationen vom nationalen Register für
Zivilservice, Gesundheit und
Todesursachenstatistik ausgewertet. Die
Erhebungen erfolgten bei Kinder ab einem Alter
von 3 Monaten bis zu ihrem Tod, ihrer
Auswanderung oder bis zum 31. August 2005. Es
erfolgten Analysen von Gesamtmortalität und
ursachenspezifischer Mortalität nach den
ersten Fieberkrämpfen mittels Überlebensanalyse.
Desweiteren wurde eine Fallkontrollstudie
innerhalb der Kohorte durchgeführt und dabei
Informationen aus Krankenakten über Fieberkrämpfe
sowie neurologische Abnormitäten von Kindern
die starben (N=8172) mit denjenigen Daten von
individuell passenden Kontrollfällen (N=40
860) verglichen.
ERGEBNISSE:
Es wurden 8172 Kinder identifiziert, die
starben, einschliesslich 232 Todesfälle in 55
215 Kindern mit Fieberkrämpfen. Die Mortalität
war während des ersten Jahres nach dem ersten
Fieberkrampf 80% höher (adjustierte Mortalität
1,80 [95% KI 1,31-2,40]) danach während des
zweiten Jahres 90% höher (1,89 [1,27-2,70]);
danach war die Mortalität ähnlich derjenigen
in der normalen Population. 132 von 100 000
Kindern (95% KI 102-163) starben innerhalb von
2 Jahren nach einem Fieberkrampf im Vergleich
zu 67 (57-76) Todesfällen pro 100 000 Kinder
ohne Fieberkrampf. In der Fall-Kontrollstudie
hatten Kinder mit einfachen Fieberkrämpfen
(</=15 min und keine Wiederkehr binnen 24
h) eine Mortalität ähnlich der der „Background“-Population
(adjustierte Mortalität 1,09 [95% KI
0,72-1,64]). Hingegen war die Mortalität höher
für diejenigen mit komplexen Fieberkrämpfen
(>15 min oder Wiederkehr binnen 24 h) (1,99
[1,24-3,21]). Dieses Ergebnis wurde zum Teil
durch die vorbestehenden neurologischen
Abnormitäten erklärt sowie nachfolgende
Epilepsie.
INTERPRETATION:
Langzeitmortalität ist in Kindern mit
Fieberkrämpfen nicht höher. Es scheint eine
geringgradig höhere Mortalität während der
2 Jahre nach komplexen Fieberkrämpfen zu
bestehen. Eltern sollten darüber aufgeklärt
worden, dass Todesfälle auch bei
Hochrisiko-Kindern nach Fieberkrämpfen sehr
selten auftreten. |
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Vestergaard
M et al. Death in children with febrile
seizures: A population-based cohort study.
Lancet 2008 Aug 9; 372:457.
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