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Antikoagulation-Dauer für nicht-provozierte Venenthrombosen, 2008

Schlüsselwörter: Antikoagulation-Dauer, Marcumar, nicht-provozierte Thrombose, Rezidiv, Wiederholung, postthrombotisches Syndrom, Medikament, Krebs, Diagnose, Thrombose, Neigung, Thrombophilie, Diagnostik, APC-Resistenz, Risikofaktoren, Phlebothrombose, Thromboembolie, Sonographie, Laboruntersuchung, D-Dimer, Wells Score, Ultraschall-Doppler-Untersuchung, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien.

Das Risiko für Rezidive der Venenthrombosen (VT) sind unterschiedlich: Patienten mit einem reversiblen Thrombose-Risiko (wie vorausgehende Operation) weisen ein VT-Rezidiv-Risiko um 3% auf. Auf der anderen Seite haben Patienten mit Thrombosen ohne scheinbare Ursache ein 10%-Risiko für Rezidive. 

Leitlinie der Fachgesellschaft The American College of Chest Physicians schlägt vor, bei Patienten mit einem nicht-provizierten VT eine Dauer-Antikoagulation in Erwägung zu ziehen. Die Leitlinie empfiehlt auf jeden Fall eine Antikoagulation mit einer Mindestdauer von 6 bis 12 Monate. In einer aktuellen Studie (1) haben Mediziner versucht, anhand der Risiko-Analyse eine Subgruppe von Patienten mit nicht-provozierten Venenthrombosen herauszufiltern, für die eine 6- bis 12-monatige Antikoagulation-Therapie ausreichend wäre.

Als Risikofaktoren wurden folgendes bewertet: Hyperpigmentation, Ödeme oder Rötung eines Beines, D-Dimere von mindestens 250 µg/L während der Einnahme von Marcumar, einen Body-Mass-Index von mindestens 30 kg/m² oder ein Alter von mindestens 65 Jahren.

Unter Männern wurde keine Subgruppe gefunden,  die dafür in Frage kommen würde. Frauen mit einem oder keinem der Risiko-Faktoren ( ≤1) jedoch können eine orale gerinnungshemmende Therapie sechs Monate nach einer erstmalig aufgetretenen, unbegründeten, venösen Thromboembolie sicher absetzen. 

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Erkennen derjenigen Patienten nach einem unbegründeten Thromboembolie-Ereignis, welche ein niedriges Wiederholungs-Risiko haben, und daher eine gerinnungshemmende Therapie absetzen können.  

HINTERGRUND: Es ist umstritten, ob eine orale gerinnungshemmende Therapie länger als sechs Monate nach einem "unbegründeten", venösen Thromboembolie-Ereignis fortgesetzt werden sollte. Das Ziel dieser Studie lag darin, klinische Vorhersage-Parameter festzustellen, mit deren Hilfe Patienten mit einem niedrigen Wiederholungs-Risiko für eine venöse Thromboembolie erkannt werden können, damit diese dann die orale, gerinnungshemmende Therapie sicher absetzen können.

METHODEN: In einer multizentrischen, prospektiven Kohorten-Studie wurden über einen Zeitraum von vier Jahren 646 Teilnehmer nach einer erstmalig aufgetretenen, unbegründeten und bedeutenden venösen Thromboembolie aufgenommen. Im September 2006 hatten von diesen Teilnehmern 600 Patienten einen durchschnittlich 18 Monate langen Follow-Up abgeschlossen. Es wurden Daten gesammelt für 69 potentielle Vorhersage-Parameter für eine Wiederholung einer venösen Thromboembolie, während die Patienten über einen Zeitraum von fünf bis sieben Monaten orale, gerinnungshemmende Therapie erhielten. Während des Follow-Ups, nach dem Absetzen der oralen, gerinnungshemmenden Therapie, wurden alle Vorkommnisse einer wiederholten venösen Thromboembolie unabhängig beurteilt. Es wurde eine multivariable Analyse der Vorhersage-Variablen (p < 0,10) mit einer stark Untersucher-unabhängigen Verlässlichkeit durchgeführt um klinische Entscheidungs-Regeln zu erhalten.

ERGEBNISSE: Es wurden während des Follow-Up-Zeitraums 91 bestätigte Wiederholungen einer venösen Thromboembolie bei abgesetzter oraler, gerinnungshemmender Therapie identifiziert (jährliches Risiko: 9,3%, 95% Konfidenz-Intervall 7,7% bis 11,3%). Männer hatten ein jährliches Risiko von 13,7% (95% Konfidenz-Intervall von 10,8% bis 17,0%). Es gab keine Kombination von klinischen Vorhersage-Parametern, die die Kriterien erfüllte, eine Untergruppe mit niedrigem Risiko bei Männern zu erkennen. 52% der Frauen hatten entweder keines oder eins der folgenden Merkmale: Hyperpigmentation, Ödeme oder Rötung eines Beines, D-Dimere von mindestens 250 µg/L während der Einnahme von Warfarin, einen Body-Mass-Index von mindestens 30 kg/m² oder ein Alter von mindestens 65 Jahren. Diese Frauen hatte ein jährliches Risiko von 1,6% (95% Konfidenz-Intervall von 0,3% bis 4,6%). Frauen mit zwei oder mehr dieser Merkmale hatten ein jährliches Risiko von 14,1% (95% Konfidenz-Intervall von 10,9% bis 17,3%).

INTERPRETATION: Frauen mit einem oder keinem der Risiko-Faktoren können eine orale gerinnungshemmende Therapie sechs Monate nach einer erstmalig aufgetretenen, unbegründeten, venösen Thromboembolie sicher absetzen. Dieses Kriterium gilt nicht für Männer.

  1. Rodger MA et al. Identifying unprovoked thromboembolism patients at low risk for recurrence who can discontinue anticoagulant therapy. CMAJ 2008 Aug 26; 179:417.  

  2. Thrombose-Ausschluss ohne Ultraschall-Doppleruntersuchung - Wells Score

 

 

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Stand: 25. Mai 2013