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Koronararterienspasmus
als häufige Ursache eines akuten
Koronarsyndroms: Die CASPAR-Studie (Coronary
Artery Spasm in Patients With Acute Coronary
Syndrome).
ZIELE:
Im Rahmen der Studie sollte die Inzidenz von
Koronararterienspasmen bei Notfallpatienten
mit Verdacht auf akutes Koronarsyndrom (AKS)
und akutem Brustschmerz in Ruhe untersucht
werden.
HINTERGRUND:
Zu den typischen Beschwerden in der
Notaufnahme gehört der Brustschmerz in Ruhe.
Der Verdacht auf akutes Koronarsyndrom besteht
bei Patienten mit erhöhten Herzmarkern, mit
ischämischen Veränderungen im
Elektrokardiogramm und beim Auftreten
typischer klinischer Symptome einer instabilen
Angina pectoris (normalerweise in Ruhe). Bis
zu 30% aller Patienten mit Verdacht auf AKS
zeigen allerdings in der Koronarangiographie
keine Obstruktion der Koronararterien. In der
Studie sollte geklärt werden, bei wie vielen
dieser Patienten ein Koronararterienspasmus
als mögliche Ursache für ihren Brustschmerz
in Frage kommt.
METHODEN:
Von Juni bis Dezember 2006 wurde eine
prospektive Studie durchgeführt. Bei allen
Patienten mit Verdacht auf AKS, bei denen in
der Koronarangiographie keine ursächlichen
Verengungen nachgewiesen wurden, erfolgte ein
intrakoronarer Aceteylcholin (ACH)-Provokationstest.
Bei einer Vasokonstriktion von >/= 75% des
Durchmessers nach intrakoronarer Applikation
von Nitroglyzerin sowie der Reproduktion der
anfänglichen Symptome wurde der ACH-Test als
positiv gewertet.
ERGEBNISSE:
Von 488 aufeinander folgenden Patienten wiesen
138 keine ursächlichen Verengungen auf (28%).
Bei 22 Patienten wurde eine andere Diagnose
gestellt. Der ACH-Test wurde bei 86 der übrigen
116 Patienten durchgeführt. Für 42 Patienten
wurde ein Koronarspasmus bestätigt (49%).
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Jeder vierte Patient mit akutem Koronarsyndrom
wies keine ursächlichen Verengungen auf. Bei
fast 50% der Patienten, bei denen ein
Aceteylcholin-Provokationstest durchgeführt
wurde, konnte ein Koronarspasmus festgestellt
werden. Dieser gilt als häufige Ursache eines
akuten Koronarsyndroms und sollte als
Differentialdiagnose immer in Betracht gezogen
werden. |