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Zweifel zur Fähigkeit des Arztes zur Prognosestellung bei schweren Erkrankungen, 2008

Studie aus den USA (1): Prognose-Stellung der Ärzte werden einerseits erwünscht, andererseits stark gezweifelt. Die meisten Surrogat-Entscheidungsträger* führten ihre Skepsis auf ihr religiöses Glauben zurück, dass Gott irgendwie doch intervenieren wird. Andere haben ihre Erfahrung mit früheren ungenauen medizinischen Prognosen als Grund genannt. Nur ein Drittel der Surrogat-Entscheidungsträger haben sich in die Richtung geäußert, dass sie die spefizische Informationen über die Prognose als Grundlage für Ihre weitere Therapie-Entscheidungen verwenden möchten.

*Anmerkung: Surrogat-Entscheidungsträger sind in den USA die Personen, die für entmündigte Kranke alle Entscheidungen treffen. Sie sind eine Art Sorgerechtsperson oder auch Vormundschaft.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Zweifel und Glaube zur Fähigkeit des Arztes zur Prognosestellung bei schweren Erkrankungen: Die Ansichten von Surrogat-Entscheidungsträgern.
ZIELSTELLUNG: Es ist die Pflicht eines schwerkranke Patienten behandelnden Arztes, auch die Prognose der Erkrankung zu diskutieren. Allerdings ist bei Surrogat-Entscheidungsträgern wenig über die Fähigkeit der Ärzte diesbezüglich bekannt. Daher sollte in der vorliegenden Untersuchung Folgendes untersucht werden: 1) Die Einschätzung durch Surrogat-Entscheidungsträger, ob Ärzte für Schwerkranke richtige Prognosen stellen können; und 2) wie Individuen prognostische Information in ihrer Rolle als Surrogat-Entscheidungsträger nutzen.

DESIGN, ABLAUF, UND PATIENTEN: Multizentrische Studie auf Intensivstationen eines öffentlichen, eines tertiären sowie eines Veteranen-Krankenhauses. Es wurden semistrukturierte Interviews mit 50 Surrogat-Entscheidungsträgern von schwerkranken Patienten durchgeführt. Diese Interview-Aufzeichnungen wurden mittels fundierter Methoden ausgewertet, um induktiv eine Struktur zur Beschreibung der Einschätzung durch die Surrogat-Entscheidungsträger über die Fähigkeit der Ärzte zur Prognosestellung zu entwickeln. Methoden zur Validierung beinhalteten Triangulierung durch multidisziplinäre Analyse sowie “member checking”.

MESSUNGEN UND HAUPTERGEBNISSE: Insgesamt formulierten 88% (44 von 50) der Surrogat-Entscheidungsträger Zweifel über die Fähigkeit der Ärzte zur Prognosestellung bei schwerkranken Patienten. Vier verschiedene Themenbereiche, die diese Zweifel erklärend beschrieben, kristallisierten sich heraus: Der Glaube, das Gott den Krankheitsverlauf beeinflussen kann, der Glaube daran, dass Vorhersagen über die Zukunft ungewiss sind, durchgemachte Erfahrungen, dass die Vorhersagen der Ärzte falsch waren sowie Erfahrungen mit Vorhersagen während des Aufenthaltes von Patienten auf Intensivstationen. Die Teilnehmer identifizierten außerdem mehrere Faktoren, die den Glauben an die Fähigkeit des Arztes stärkten, wie z.B. vergleichbare prognostische Annahmen von mehreren Ärzten sowie frühere Erfahrungen mit richtiger Prognosestellung. Die Zweifel an der Richtigkeit der Prognosen verhinderten jedoch nicht den Wunsch der Surrogat-Entscheidungsträger nach prognostischen Informationen. Stattdessen sehen die meisten Surrogat-Entscheidungsträger die Prognosen der Ärzte als grobe Schätzungen, die wertvoll für informelle Entscheidungen sind, die aber keine bestimmenden Entscheidungen sind. Surrogat-Entscheidungsträger identifizierten den Vorgang der Mitteilung der Prognose als einen entscheidenden Schritt zur emotionalen und praktischen Vorbereitung auf die Möglichkeit, daß ein Patient möglicherweise nicht überlebt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Obwohl viele Surrogat-Entscheidungsträger Zweifel an der Richtigkeit der Prognosestellung durch Ärzte haben, schätzen sie die Diskussionen über die Prognose als wertvoll ein und nutzen diese Informationen für verschiedene Zwecke.

  1. Zier LS et al. Doubt and belief in physicians’ ability to prognosticate during critical illness: The perspective of surrogate decision makers. Crit Care Med 2008 Aug; 36:2341.

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Stand: 25. Mai 2013