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VADT-Studie: aggressive Blutzuckereinstellung bei Patienten mit lang bestehender Typ-2-Diabetes reduziert nicht die kardiovaskulären Risiken, 2009

Die Ergebnisse der aktuellen VADT-Studie bestätigt die Daten der ACCORD und ADVANCE Studien (2,3)

US-Leitlinien empfehlen derzeit einen HbA1C -Wert von unter 7%. Unter der derzeitigen Standardtherapie haben die meisten Typ-II-Diabetiker nur Hb A1c -Werte zwischen 7% bis 8% . Die grossen Studien ACCORD und ADVANCE (2,3) untersuchten bei Typ2-Diabetes den Wert einer aggressiven langfristigen Blutzuckersenkung mit dem Ziel von (Hb) A1c-Wert auf 6%, der dem von Gesunden entspricht. In beiden Studien kam es unter der straffen Blutzuckereinstellung nicht zu einer Verringerung der Morbidität und Mortalität von Diabetikern. Im Gegenteil, es kam zu einer höheren Rate von schweren Hypoglykämien. ACCORD-Studie musste sogar nach vermehrten Todesfällen  abgebrochen werden (3).

Jetzt sind die Ergebnisse der VADT-Studie (Veterans Affairs Diabetes Trial) publiziert, die einen ähnliche Fragestellung verfolgte. Mediziner aus den USA hatten 1791 Veteranen (mittleres Alter: 60 J) mit einer lang-bekannten Diabetes Mellitus Typ-2 (durchschnittlich 11,5 jährige Dauer) entweder für intensive Blutzucker-Einstellung oder Standard-Therapie randomisiert. Dabei wurden verschiedene Antidiabetika-Kombinationen, und wenn notwendig Insulin eingesetzt. Andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden in beiden Gruppen ähnlich behandelt. Nach einer Beobachtungsphase von 5,6 Jahren lag der HbA1C-Wert in der Intensivtherapie-Gruppe deutlich niedriger als in der Standardtherapie-Gruppe (6,9% vs. 8,4%). Jedoch gab es zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich der Gesamtmortalität und kardiovaskulären Komplikationen keine Unterschiede. Des Weiteren lagen keine Differenzen im Hinblick auf mikrovaskulären Ereignisse (wie Retinopathie, Nephropathie und Neuropathie). Die Intensivtherapie führte jedoch häufiger zu Hypoglykämien. 

Fazit: Aggressive Blutzucker-Einstellung mit einer Kombination meherer Antidiabetika, einschließlich Insulin-Therapie führte auch in den VADT-Studie nicht zu einer Verringerung der Gesamtmortalität, der kardiovaskulären Komplikationen und mikrovaskulären Spätschaden.

Die amerikanischen Fachgesellschaften (4; ADA, AHA) raten anhand der Ergebnisse der ACCORD, ADVANCE und VADT Studien von einer aggressiven Senkung auf einen HbA1c -Wert von 6% bei folgenden Typ-2-Diabetes-Patienten ab:

  • Anamnese von scherwiegenden Hypoglykämien

  • Länger bekannter Typ-2-Diabetes

  • Fortgeschrittene mikro- und makrovaskuläre Schaden.

Die üblichen Empfehlungen wie Aufhören mit Rauchen, Blutdruckkontrolle oder Lipidsenkung sollten jedoch bei diesen Patienten weiterhin umgesetzt werden.

Die American Diabetic Association erklärte, dass ihre Leitlinien derzeit keine aggressive Senkung auf einen HbA1c -Wert von sechs Prozent fordern, ja vielen Patienten sogar davon abraten würden. 

Medknowledge-Anmerkung: Anscheinend sollten die Ärzte bei Typ-II-Diabetikern derzeit HbA1c -Werte zwischen 7% bis 8% anstreben. Ob die  Ergebnisse aus diesen drei großen Studien auch für Patienten mit neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes gelten, ist noch unklar (5)

  1. Duckworth W et al for the VADT Investigators. Glucose control and vascular complications in veterans with type 2 diabetes. N Engl J Med 2009 Jan 8; 360:129

  2. ACCORD und ADVANCE-Studie: Wie gefährlich ist die aggressive HbA1c-Reduktion bei Typ-II-Diabetes mellitus? 9. Juni 2008 

  3. ACCORD-Studie - Typ-II-Diabetes: Studienabbruch nach vermehrten Todesfällen, 7. Februar 2008 

  4. Intensive Glycemic Control and the Prevention of Cardiovascular Events: Implications of the ACCORD, ADVANCE, and VA Diabetes TrialsA Position Statement of the American Diabetes Association and a Scientific Statement of the American College of Cardiology Foundation and the American Heart Association. Journal of the American College of Cardiology, Volume 53, Issue 3, Pages 298-304 J. Skyler, R. Bergenstal, R. Bonow, J. Buse, P. Deedwania, E. Gale, B. Howard, M. Kirkman, M. Kosiborod, P. Reaven

  5. Legacy Effect”: Blutzuckerkontrolle mit Langzeitwirkung in UKPDS-Diabetesstudie, 11. September 2008 

Schlüsselwörter: intensive Insulintherapie, Blutzuckerkontrolle VADT-Studie: straffe Blutzuckereinstellung, Typ-2-Diabetes Mellitus, Nutzen, Rosiglitazon, Mortalität, Sterblichkeit, Avandia, Todesfall, aggresive HbA1c –Senkung, ACCORD-Studiem, Typ-II-Diabetes Mellitus, Studienabbruch, Tod, Krankheit, herzinfarkt, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

 

 

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Stand: 25. Mai 2013