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QT-Zeit-Screening bei Methadon – US-Leitlinie 2009

Etwa 2% der Patienten, die Methadon erhalten, entwickeln verlängerte QT-Zeit.

Auch in Deutschland wird Methadon zunehmend bei Patienten mit Opiatabhängigkeit substituiert. Methadon verlängert die frequenzkorrigierte QTc-Zeit (2). Eine QTc-Zeit-Verlängerung kann wiederum in die lebensgefährliche Herzrhythmusstörung Torsade de pointes münden. Torsade de pointes tritt  bei ca. 2% der Patienten mit QTc-Verlängerung auf.

QTc-Verlängerung kommt häufiger bei höheren Methadon-Dosen (>100mg/tgl.) vor, sie kann aber auch bei niedrigeren Dosen auftreten. Das Inzidenz von durch Methadon verursachten Herzrhythmusstörungen, bzw. Torsade de pointes, ist noch unbekannt. Die QTc-Verlängerung durch Methadon bildet sich in der Regel nach Absetzen zurück, tritt jedoch bei Wiedergabe wieder auf.

Ein US-Expertengremium, gerufen von “The federal Center for Substance Abuse Treatment” hat jetzt praktische Leitlinien zum QTc-Screening bei Methadon-Patienten veröffentlicht (1). Die Empfehlungen wenden sich an erste Stelle an Patienten mit Opiatabhängigkeit, und weniger an Krebs-Patienten mit Schmerzen.

  • Aufklärung der Patienten über das Arrhythmie–Risiko unter Methadon

  • Anamnese: Gezieltes Befragen nach bekannten Herzrhythmusstörungen, Arrhythmien oder auch Synkopen

  • Durchführung von EKG-Untersuchung: Messung der QTc vor Therapie, nach 30 Tagen nach Therapiebeginn, und dann jährlich. Falls die Dosis > 100mg/d beträgt, oder unklare Synkopen auftreten, sollten die QTc-Messungen häufiger erfolgen.

  • Verlängerte QTc unter Methadon: Mit den Patienten über Nutzen/Schaden der Methadon-Therapie diskutieren, und häufiger QTc-Messungen durchführen, wenn die QTc-Zeit >450 ms oder <500 ms beträgt. Wenn die QTc-Zeit > 500ms liegt, sollten die Ärzte bei diesen Patienten eine Absetzen oder Reduktion von Methadon anstreben, und weitere Arrhythmie-Risiken (wie z.B. andere Medikamente wie Diuretika, die Hypokaliämie verursachen können) beseitigen

  • Überprüfung der Co-Medikation: Es sollte kontrolliert werden, ob der Methadon-Patient weitere Medikamente einnimmt, die ebenfalls zu einer QTc-Verlängerung führen, oder die Methadon-Abbau im Körper verändern können. 

Medknowledge-Anmerkung: Diese Leitlinien aus den USA sind auch für Ärzte in Deutschland, die Opiatabhängige mit Methadon substituieren, eine praktische Hilfestellung zur QTc-Monitoring ihrer Patienten, zumal hier zu Lande alltagtaugliche Empfehlungen fehlen, obwohl häufig über die Risiken einer QT-Verlängerung berichtet wird.  

Eine noch offene Frage ist, ob die hier in den Leitlinien gegebenen QTc-Grenzwerte sozusagen als Therapie-Korridor auch auf erworbene QT-Verlängerung anderer Genese als Methadon-Gabe (wie z.B. durch Psychopharmaka) übertragen werden kann.

  1. Krantz MJ et al. QTc interval screening in methadone treatment. Ann Intern Med 17 March 2009/ Volume 150 Issue 6

  2. Methadon und QT-Syndrom

  3. Long-QT-Syndrom (PZ-Artikel mit Medikamenten-Tabellen), 03/2009

  4. Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de pointes: Ein multidisziplinäres Problem. Dtsch Arztebl 2002; 99(28-29) - Siehe Tabelle 2

  5. Drugs That Prolong the QT Interval and/or Induce Torsades de Pointes, sads.org

  6. Das QT-Syndrom- Informationen für Patienten und Angehörige

Schlüsselwörter: QTc-Zeit, Arrhythmie, prolongiertes QT-Syndrom, Methadon, polamidon, heroin, opiat, morphin, schmerzen, plötzlicher Herztod, Herzryhtmus, herzrhythmusstörungen, QT-Zeit-Screening, Psychopharmaka, Überdosierung, Sucht, Herzrhythmusstörung, QT-Intervall, QT-Syndrom, Torsade de pointes, tod, ryhtmusstörungen, Heroin, Morphin, Abhängigkeit, Todesfall, Schmerztherapie, QTc-Monitoring, LQTS, long-QT-Syndrom, lang-QT-syndrom, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. 

 

 

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Stand: 25. Mai 2013